US-Konzern legt Angebot vor
Quiksilver übernimmt Rossignol

Der US-Sportprodukt- und Bekleidungskonzern Quiksilver übernimmt Rossignol für insgesamt rund 320 Millionen Dollar. Nach monatelangen Spekulationen über die Zukunft des weltgrößten Skiherstellers hat das französische Traditionsunternehmen am Dienstag der Übernahme zugestimmt.

HB PARIS. Mit der neuen Firma Quiksilver Rossignol entsteht der weltgrößte Hersteller von Bekleidung und Ausrüstung für Outdoor-Freizeitaktivitäten. Quiksilver-Chairman Bernard Mariette sagte, das Unternehmen solle im Outdoor-Bereich denselben Stellenwert bekommen wie Nike oder Adidas-Salomon im Bereich des Mannschaftssports. Das Unternehmen wolle Marken anbieten, „um die sich die Kids reißen.“ Die Übernahme von Rossignol werde die Quiksilver-Gewinne von 2006 an stärken.

Rossignol rechnet für das Geschäftsjahr 2004/2005 allerdings mit hohen Verlusten, die auf Restrukturierungskosten nach einer schwierigen Wintersport-Saison, Überkapazitäten und den schwachen Dollar zurückgeführt werden. Vor allem in Japan habe ein später Wintereinbruch den Verkauf neuer Kollektionen verzögert, hieß es. Aber auch der Verkauf von Snowboards habe nachgelassen und der Markt für Rollerblades, auf dem Rossignol ebenfalls engagiert ist, bleibe schwach.

Nach dem Verkauf werde Rossignol seine Produktionsstätten neu organisieren und 134 Stellen abbauen, teilte Rossignol am Dienstag weiter mit. Entlassungen sollten dabei aber vermieden werden. „Wir hätten ohnehin restrukturieren müssen“, sagte der Aufsichtsratschef von Rossignol, Laurent Boix Vives. „Aber die finanziellen Mittel wären nicht dieselben gewesen.“

Die auf Surf-Bekleidung spezialisierte Firma Quiksilver einigte sich auf die Übernahme der Mehrheitsanteile mit der Familie Boix Vives, die 45 des Kapitals und 63 % der Stimmrechte an Rossignol hält. Bezahlt werde bar und in Aktien, hieß es. Das Angebot für die verbleibenden Anteile belaufe sich auf 19 € je Aktie in bar.

Rossignol-Aktien wurden am Dienstag vom Handel ausgesetzt, nachdem Übernahmegerüchte den Preis der Papiere trotz unsicherer Geschäftsaussichten in die Höhe getrieben hatten. Am Montag hatten sie bei 18,90 € geschlossen. Das Gebot von Quiksilver liegt knapp unter dem Sieben-Jahres-Hoch der Rossignol-Aktien vom Februar. Quiksilver-Chairman Mariette wies die Kritik von Analysten zurück, er habe Rossignol zu einem zu hohen Preis gekauft. „Der Preis ist mehr als fair für die Aktionäre von Rossignol und von Quiksilver“, sagte Mariette.

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