US-Labortechnikbranche
Thermo Fisher Scientific will US-Wettbewerber schlucken

Die US-Labortechnikbranche steht vor einer Milliardenübernahme: Thermo Fisher Scientific will für 2,1 Milliarden Dollar den Wettbewerber Dionex Corp schlucken.
  • 0

HB NEW YORK. In der US-Labortechnikbranche bahnt sich eine Milliardenübernahme an. Der US-Hersteller Thermo Fisher Scientific will für 2,1 Milliarden Dollar den US Dionex Corp-Wettbewerber schlucken, wie die Unternehmen am Montag mitteilten.

Dabei hat Thermo Fisher unter anderem das Asien-Geschäft im Blick, denn Dionex erzielt rund 35 Prozent seiner Umsätze in den asiatischen und weiteren Schwellenmärkten. Dionex-Aktionäre sollen je Aktie 118,50 Dollar erhalten. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von 21 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Aktie vom Freitag.

Im Zuge der Nachricht sprang die Dionex-Aktie am Montag mehr als 20 Prozent in die Höhe auf 118,05 Dollar. Thermo-Fisher-Papiere gewannen 3,5 Prozent auf 54,89 Dollar.

Im März war Thermo noch dem Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck im Werben um den US-Biotech- und Pharmazulieferer Millipore unterlegen. Der ging für rund fünf Milliarden Euro an das deutsche Unternehmen. Merck wollte mit dem Zukauf im Zuliefersektor an Branchenführer wie Thermo oder Life Technologies aufschließen.

Die im kalifornischen Sunnyvale ansässige Dionex ist die weltweite Nummer Drei bei sogenannten Chromatographie-Systemen, die für die Laboranalyse unterschiedlichster Substanzen eingesetzt werden. Thermo Fisher gehört dagegen zu den weltweit führenden Herstellern von Massenspektrometern.

Die 1975 gegründete Dionex erwirtschaftete zuletzt mit 1600 Beschäftigten Jahresumsätze von 420 Millionen Dollar. Thermo Fisher brachte es auf einen Jahresumsatz von 10,1 Milliarden Dollar.

Thermo Fisher geht davon aus, dass die Transaktion im ersten Quartal 2011 unter Dach und Fach sein wird. Sie soll im ersten Jahr nach Vollzug etwa 13 bis 15 Cent zum bereinigten Gewinn je Aktie beisteuern. Zudem rechnet Thermo Fisher mit Synergien von etwa 60 Millionen Dollar, die im dritten Jahr nach Abschluss der Übernahme erzielt werden sollen.

Thermo Fisher ist bekannt durch große Übernahmen. Das Unternehmen war 2006 selbst durch einen Großzukauf entstanden. Damals hatte Thermo Electron unter der Führung von Marijn Dekkers, der inzwischen Chef des Leverkusener Bayer-Konzerns ist, den deutlich größeren Laborgerätehersteller Fisher Scientific erworben. Anschließend änderte Thermo Electron seinen Namen in Thermo Fisher Scientific.

Kommentare zu " US-Labortechnikbranche: Thermo Fisher Scientific will US-Wettbewerber schlucken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%