US-Lastwagenhersteller erwarten Durststrecke
2007 wird schwierig für Freightliner

Die LKW-Industrie sieht nach mehreren Boom-Jahren eine Durststrecke auf sich zukommen. Besonders hart trifft dies den Hersteller Daimler-Chrysler, der sich neben den Problemen mit der US-Tochter Chrysler nun auch noch mit Rückgängen im LKW-Geschäft in den USA auseinander setzen muss. Dort machen neue Abgasnormen den Gewinnrekorden ein Ende.

je PORTLAND. Daimler-Chryslers Motorentochter Detroit Diesel hat leere Auftragsbücher und die LKW-Tochter Freightliner in Portland arbeitet die Aufträge aus dem Jahr 2006 ab. Nach einem Jahr mit den höchsten Gewinnen ihrer Geschichte geht es bei den US-Lastwagenherstellern und den Zulieferern steil bergab. „Das zweite Quartal wird düster“, orakelt Freightliner-Chef Chris Patterson im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Allerdings hofft Patterson bereits für das dritte und vierte Quartal auf Belebung bei den Aufträgen. Auch sagte Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler jüngst, dass die US-Sparte in diesem Jahr zwar im Rückwärtsgang, aber nicht in die Verlustzone fahren werde. Wenn Freightliner allerdings den Überhang aus dem Rekordjahr 2006 abgearbeitet hat, steht ein Personalabbau ins Haus. Bis zu 4 000 Stellen stehen auf der Kippe, verkündete das Unternehmen im Dezember. Ironischerweise rüstet Freightliner bereits wieder für den nächsten Boom. „Der Aufschwung ab 2008 wird die Spitze von 2006 noch übertreffen“, ist Patterson überzeugt.

Der Grund für diese selbst in einer traditionell zyklischen Branche ungewöhnliche Achterbahnfahrt liegt in der zweistufigen Verschärfung der US-Abgasnormen für Dieselmotoren. Die erste Stufe trat am 1. Januar dieses Jahres in Kraft, die zweite kommt Anfang 2010. Um die Normen zu erfüllen, ist eine neue Motorentechnik erforderlich, die die Diesel-Aggregate erheblich verteuert. Deshalb haben viele Trucker ihre Bestellungen auf 2005 und 2006 vorgezogen.

Der US-Absatz schwerer LKWs der so genannten Klasse 8 legte 2006 nach Angaben der Marktforschungsfirma Ward’s Auto gegenüber dem Rekordjahr 2005 noch einmal um 12,3 Prozent auf gut 284 000 Fahrzeuge zu. Marktführer Freightliner wuchs in dieser Klasse nur um knapp vier Prozent und so schrumpfte sein Marktanteil gegenüber 2005 von 37,5 auf 34,7 Prozent. In der mittelschweren Klasse 6/7 fiel der Freightliner-Absatz im vergangenen Jahr sogar um 3,4 Prozent auf gut 45 000 Fahrzeuge, während Konkurrenten wie Paccar, International, Ford sowie Hersteller aus Japan zweistellig wuchsen: „Wenn wir mehr Kapazität gehabt hätten, hätten wir mehr verkaufen können“, sagt Patterson. Er kritisiert, dass „die Regierung die Trucker bei der Umstellung auf die verschärften Bestimmungen finanziell allein lässt.“ Das trage wesentlich zu den hohen Nachfrageschwankungen bei.

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