US-Luftwaffe
EADS entgleitet der erhoffte Tanker-Auftrag

Seit Jahren buhlt der Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS darum, bei der anstehenden Erneuerung der Tankflugzeug-Flotte des US-Militärs zum Zuge zu kommen. Nun hat das Pentagon die Hoffnungen der Europäer schwer erschüttert, einen Teil der Maschinen bauen zu können - mit einer simplen Begründung.

HB WASHINGTON. Die Luftwaffen-Chefeinkäuferin im Verteidigungsministerin, Sue Payton, sagte der Zeitung „Financial Times“, der milliardenschwere Auftrag solle nicht zwischen Boeing und EADS aufgeteilt werden. Den Auftrag zu splitten, wäre zu teuer. „Wir würden Milliarden, Milliarden, Milliarden Dollar mehr brauchen“, wird Payton wörtlich zitiert.

Damit ändern die US-Regierung und das Militär ihre Meinung komplett. Erst Mitte Juni hatte der Stabschef der US-Luftwaffe, Michael Moseley, öffentlich erklärt: „Ich denke, es wird am Ende auf eine gemischte Flotte hinauslaufen.“ Es sei künftig durchaus von Nutzen, wenn die US-Luftwaffe sowohl größere als auch kleinere Tanker in ihrer Flotte habe, ergänzte er.

EADS bietet gemeinsam mit seinem US-Partner Northrop Grumman eine Tankmaschine auf Basis des Passagierflugzeugs A330 an, der größer ist als die KC-767 des Rivalen Boeing und zusätzlich zum geladenen Kerosin deutlich mehr Fracht transportieren kann.

Die US-Luftwaffe sitzt auf Jahrzehnte alten Tankflugzeugen aus dem Hause Boeing, deren Wartungskosten aus dem Ruder laufen. Die Air Force hat in einem ersten Schritt 179 neue Tank-Jets im Wert von rund 40 Mrd. Dollar ausgeschrieben. Über die nächsten Jahre ist jedoch eine komplette Erneuerung der Tankerflotte vorgesehen, die derzeit 533 Flugzeuge umfasst.

Boeing gilt bei der Ausschreibung als klarer Favorit, weil er aus politischen Gründen Heimvorteil hat. Zudem bietet der US-Konzern mit der 767 den vermeintlich günstigeren Jet an. Der Listenpreis liegt bei 120 Mill. Dollar, Airbus verlangt für die A330 laut Liste 164 Mill. Dollar. Insider erwarten jedoch einen erbitterten Preiskampf, bei dem die Europäer notfalls bereit sein werden, auch über die Schmerzgrenze zu gehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%