US-Markt
EADS will trotz Krise kaufen

Der europäische Flugzeugbauer EADS will nach eigenen Angaben seine Präsenz in Nordamerika weiter ausbauen. Dazu wolle man in der nächsten Zeit einen hohen Millionenbetrag in Zukäufe investieren.

HB WASHINGTON. Auch nach dem Verzicht auf eine größere Akquisition in den USA ist EADS nach den Worten seines Nordamerika-Chefs weiter an kleineren Zukäufen auf dem US-Markt interessiert. Der Erwerb von Firmen im Wert von etwa 500 Millionen Dollar habe weiter Vorrang, sagte Ralph Crosby in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Konzernchef Louis Gallois habe bereits klar gemacht, dass Zukäufe in den USA für die Airbus-Mutter von strategischer Bedeutung seien. EADS habe seinen Marktanteil in den USA vor allem durch Hubschrauber- und Ausrüstungsverkäufe ausgeweitet, sagte Crosby.

Der Konzern strebe aber weitere Akquisitionen an, um seine Angebotspalette auszuweiten. Dabei denke EADS unter anderem an Firmen der Rüstungselektronik und der produktionsnahen Dienstleistungen. "Wer sind an vernünftigen und maßvollen Zukäufen so um eine halbe Milliarde interessiert."

Im Januar hatte EADS den Verzicht auf eine "signifikante" Übernahme in USA verkündet und dies mit der Notwendigkeit begründet, Geld sparen zu wollen. Die Stimmung sei vor zwei Monaten so unsicher gewesen, dass es unangemessen erschienen wäre, 20 Prozent der Barreserven für das Geschäft anzugreifen. EADS hatte das Jahr 2008 mit Geldreserven von 9,2 Milliarden Euro abgeschlossen.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern hatte voriges Jahr im US-Geschäft einen schweren Rückschlag erlitten, als das Verteidigungsministerium ein 35 Milliarden Dollar schweres Geschäft für die Anschaffung eines neuen Tankflugzeugs kündigte, das Airbus mit seinem Partner Northrop Grumman gegen den Erzrivalen Boeing gewonnen hatte. Er sei zuversichtlich, dass EADS und Northrop bei der Neuausschreibung des Projekts wieder zum Zuge kämen, sagte Crosby. Er wollte sich nicht zu Bestrebungen im Kongress äußern, das 179 Maschinen umfassende Geschäft zwischen Boeing und Northrop aufzuteilen. Ganz gleich wie entschieden werde, wolle EADS Northrop und die US-Regierung unterstützen.

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