US-Markt
Epo-Firmen atmen auf

Dopingmittel für den Umsatz: Nachdem der Einsatz der – vor allem durch den Radsport zu trauriger Berühmtheit gelangten – Substanz Epo zu medizinischen Zwecken in den USA vorerst nicht verringert wird, kann auch ein deutsches Unternehmen weiter vom legalen Geschäft mit der Blutwäsche profitieren.

FRANKFURT. Die Verwendung des Biotech-Präparats Epo bei Blutwäsche-Patienten wird in den USA vorerst nicht gedrosselt. Wie aus den Protokollen der Zulassungsbehörde FDA hervorgeht, hat diese die Forderung einiger Experten in der Nacht zum Mittwoch abgelehnt. Die Aktien der Epo-Hersteller Amgen und des Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care (FMC), der gut ein Fünftel seines US-Umsatzes mit dem Medikament macht, legten daraufhin kräftig zu.

Patienten mit chronischem Nierenversagen müssen sich regelmäßig einer Dialyse unterziehen, bei der das Blut außerhalb des Körpers durch ein Filterverfahren von Giftstoffen gereinigt wird. Dabei werden teilweise auch die roten Blutkörperchen ausgefiltert, was zu Abgeschlagenheit führt. In den USA gehört die Epo-Gabe daher zur Standardtherapie und auch viele Dialyse-Patienten in Deutschland nehmen das Mittel ein. Zudem verordnen manche Ärzte das Mittel auch Krebspatienten, die im Rahmen der Chemotherapie mit denselben Symptomen kämpfen.

Im Frühjahr war die in den Augen einiger Experten ausufernde Verordnung des teuren Präparats in den USA in die Kritik geraten. Dazu trugen mehrere Studien bei, die sowohl einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Zahl roter Blutkörperchen und dem Herzinfarktrisiko nahe legen als auch den Nutzen des Mittels bei Krebspatienten in Frage stellen.

In den USA wird das Mittel von Amgen selbst und seinem Lizenznehmer Johnson & Johnson (J&J) vertrieben. Während J&J wegen seiner breiten Produktpalette nur bedingt von diesen Umsätzen abhängig ist, nahm die Diskussion für den Epo-Erfinder Amgen in den Augen vieler Investoren existenzbedrohende Ausmaße an. Die Produktumsätze der Epo-Präparate Epogen und Aranesp beliefen sich 2006 auf 6,6 Mrd. Dollar. Das entspricht etwa der Hälfte des Konzernumsatzes.

Tatsächlich reduzierte der weltgrößte Biotech-Konzern daraufhin seine Prognosen und begründete dies – wie den drastischen Stellenabbau, dem mehr als jeder zehnter Job zum Opfer fiel, mit dem schleppenden Absatz der Epo-Präparate. Der Börsenwert des Vorzeige-Unternehmens der Biotech-Branche verringerte sich um ein Fünftel.

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