Der japanische Autohersteller Toyota
verschiebt den Produktionsbeginn in seinem neuen US-Werk in Mississippi. Damit mehren sich die Anzeichen, dass auch der weltgrößte Autokonzern unter dem Rückgang des US-Marktes leidet. Schlechte Nachrichten kommen auch von einem anderen japanischen Autobauer.
Nissan-CEO Carlos Ghosn erwartet deutlich sinkende Gewinne. Ebenso geht es dem Konkurrenten Toyota. Foto: Reuters
HB DETROIT/TOKIO. Toyota
erklärte jetzt, die Produktion in den derzeit im Bau befindlichen Werk solle nun im Mai 2010 und damit fünf Monate später als ursprünglich geplant beginnen. Zudem sei zunächst nur eine Jahresproduktion von 120 000 Fahrzeugen vorgesehen, was etwa 80 Prozent der Kapazität entspricht. Ein Toyota
-Sprecher sagte, die Änderungen stünden im Zusammenhang mit der Schwäche des US-Automarktes. Viele Experten erwarten, dass der US-Markt 2008 im Vergleich zu 2007 schrumpfen wird.
Toyota
baut an dem Werk seit Anfang 2007, die Investitionen betragen rund 1,3 Mrd. Dollar. Dort sollen künftig rund 2 000 Mitarbeiter den Geländewagen Highlander bauen. Vor wenigen Tagen hatte der japanische Konzern für das Geschäftsjahr 2008/2009 (per Ende März) seinen ersten Gewinnrückgang seit sieben Jahren angekündigt.
Nach Toyota
rechnet auch der japanische Konkurrent Nissan
im laufenden Geschäftsjahr mit einem deutlichen Gewinnrückgang. In dem im April angelaufenen Geschäftsjahr sei mit einem Gewinneinbruch um rund 30 Prozent zu rechnen, kündigte das Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage seiner Bilanz an. Toyota
hatte angekündigt, ebenfalls mit 30 Prozent weniger operativem Gewinn zu rechnen.
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Neben dem starken Yen und hohen Rohstoffpreisen werde Nissan
vor allem unter der Abkühlung des US-Marktes leiden, wo der Autobauer den größten Teil seiner Autos verkauft. Unterm Strich rechnet Nissan
im laufenden Jahr nur noch mit einem Überschuss von 340 Mrd. Yen (rund 2,1 Mrd. Euro) und einem operativen Gewinn von 550 Mrd. Yen (etwa 3,4 Mrd. Euro) statt der von Analysten bislang erwarteten 652 Milliarden Yen.. Der Umsatz dürfte um 4,4 Prozent auf 10,35 Billionen Yen schrumpfen.
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erreichte schon abgelaufenen Geschäftsjahr nicht alle Ziele
Nissan-CEO Carlos Ghosn erwartet deutlich sinkende Gewinne. Ebenso geht es dem Konkurrenten Toyota. Foto: Reuters
In dem Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr erreichte Nissan
seine eigenen Ziele nur teilweise. Während Umsatz und Überschuss etwas stärker als geplant zulegten, wurde beim operativen Gewinn das eigene Ziel knapp verfehlt. Der operative Gewinn legte um 1,8 Prozent auf 791 Mrd. Yen (4,9 Mrd Euro) zu. Im Februar hatte das Unternehmen allerdings noch 800 Mrd. Yen in Aussicht gestellt.
Der Überschuss kletterte dagegen um 4,7 Prozent auf 482 Mrd. Yen und lag damit über den angepeilten 480 Mrd. Yen. Auch beim Umsatz erreichte Nissan
mit einem Plus um 3,4 Prozent auf 10,82 Billionen Yen das selbst gesteckte Ziel von 10,3 Billionen Yen. Dabei habe die starke Nachfrage im Ausland das schwache Geschäft auf dem japanischen Heimatmarkt mehr als ausgeglichen. Allerdings brach der Umsatz im vierten Quartal um 17 Prozent ein.
In den USA hatte das Unternehmen, das mit dem Renault-Konzern verflochten ist, seine Verkäufe im gesamten Geschäftsjahr um 2,3 Prozent erhöht und in Europa sogar um 18 Prozent zugelegt. In Japan brach der Absatz dagegen um 2,5 Prozent ein. Weltweit verkaufte Nissan
mit 3,77 Mill. Fahrzeugen 8,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Dividende für das abgelaufenen Jahr will Nissan
nun von 34 auf 40 Yen pro Aktie anheben. Im laufenden Jahr soll sie dann trotz des erwarteten Gewinnrückgangs auf 42 Yen steigen.
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