US-Markt
Solarindustrie: Überwiegend heiter

Deutsche Solarunternehmen setzen auf das neue Umweltbewusstsein der Amerikaner. Mit Erfolg.

NEW YORK. Nach Coney Island hat es Udo Ungeheuer noch nie verschlagen. Doch an diesem sonnigen Oktobermorgen steht der Chef des deutschen Technologieunternehmens Schott breit lächelnd auf dem Bahnsteig der Hochbahnendstation Stillwell Avenue im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Die Gegend hier wirkt etwas ramponiert. Aber wenn die silbernen Hochbahn-Waggons mit viel Getöse die letzte Kurve nehmen und in den Bahnhof rumpeln, sind sie im High-Tech-Zeitalter angekommen. Dank Schott.

Die größte Solarstromanlage von New York haben die Mainzer in das Glasdach des Gebäudes eingebaut – drei Millimeter dicke Glasscheiben mit einer hauchdünnen Silziumschicht, die 250 000 Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren.

Für seinen Besuch in Coney Island hat sich Ungeheuer genau den richtigen Zeitpunkt ausgesucht. Seit die Preise für Benzin in den USA explodieren, ist Solarenergie auch im Land der Klimaanlagen und der spritfressenden Geländewagen ein Thema. „Plötzlich sehen diese Solar-Glasflächen gar nicht mehr so sehr nach 70-er Jahre aus“, schreibt die „New York Times“. Und so darf Ungeheuer die frohe Botschaft von den „erneuerbaren Energien“ auch in die TV-Kameras verkünden: „Ein Wort, das sogar Präsident Bush in den Mund genommen hat“, freut sich der Vorstandschef.

Ungeheuer wittert das große Geschäft. Gerade erst hat er sich die Alleinherrschaft über RWE Schott Solar GmbH gesichert, indem er dem Energiekonzern dessen 50-Prozent-Anteil abkaufte. Der Umsatz mit Sonnenenergie soll innerhalb eines Jahres von 280 Mill. auf 420 Mill. Euro steigen. Derzeit ist Solarenergie der am schnellsten wachsende Unternehmensteil. Die Deutsche Bank prognostiziert in einer Studie, dass die Zahl der Solarstromanlagen bis 2010 weltweit um 30 Prozent wachsen wird.

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