US-Millardär will Chrysler übernehmen
Kirk Kerkorian ist kein Unbekannter

Bei Chrysler ist der US-Milliardär Kirk Kerkorian kein Unbekannter. Bereits 1996 versuchte er den amerikanischen Autobauer zu Übernehmen. Bei der Fusion mit Daimler-Benz vor neun Jahren war er Großaktionär. Der 89-Jährige ist aber nicht nur in der Autoindustrie aktiv. Besonders angetan haben es ihm Hollywood und Las Vegas.

HB NEW YORK. Mit seiner Beteiligungsgesellschaft Tracinda plant Kirk Kerkorian nun ein Comeback. In einem Brief an das Unternehmen bot er 4,5 Milliarden Dollar für die angeschlagene US-Tochter von DaimerChrysler und kündigte an, auch das Management und die mächtige Gewerkschaft UAW mit ins Boot zu lassen.

Das Vermögen des 89-Jährigen wird vom Forbes-Magazin auf 15 Milliarden Dollar geschätzt – damit gehört er zu den reichsten Menschen der Welt. Dabei begann er von ganz unten: Kerkorian wurde 1917 als jüngstes von vier Kindern armenischer Einwohner in Kalifornien geboren. Er verließ die Schule und schlug sich als Boxer durch, bevor er im Zweiten Weltkrieg als Pilot bei der Royal Air Force anheuerte.

Nach dem Krieg kaufte Kerkorian überschüssige Kriegsflugzeuge auf – sie dienten daraufhin einem ganz anderen Zweck: Mit den Maschinen brachte Kerkorian Spieler von Los Angeles in die Glücksspielmetropole Las Vegas. Das entpuppte sich als lukratives Geschäft. Als die Fluglinie mit dem Namen Trans International Airlines 1965 an die Börse ging, nahm Kerkorian ein erstes Vermögen ein – 1968 gab er die Gesellschaft an Transamerica für mehr als 100 Millionen Dollar in Bargeld und Aktien weiter.

Las Vegas und Hollywood hatten es Kerkorian auch sonst angetan. In der Filmmetropole spielte er mit der Übernahme des Studios Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) eine wichtige Rolle – das Studio war gleich dreimal in seinem Besitz. Zum ersten Mal trennte er sich 1986 davon und gab es an Ted Turner weiter. Nur wenige Monate später stieg Kerkorian wieder bei MGM ein, diesmal hielt er bis 1990 an dem Unternehmen fest. 1996 schließlich kam MGM zum dritten Mal in den Besitz Kerkorians. Beim Verkauf an eine Gruppe von Investoren um Sony nahm er schließlich drei Milliarden Dollar ein.

Im Laufe der Zeit machte sich Kerkorian als Immobilienmagnat einen Namen. 2000 erwarb er für 6,4 Milliarden Dollar Mirage Resorts und schmiedete daraus den Kasino- und Hotelbetreiber MGM Mirage. Mit der feindlichen Übernahme zog er sich jedoch den Zorn des Kasino-Magnaten Steve Wynn zu, der aus dem Mirage ein Milliardengeschäft gemacht hatte.

Auch in der Automobilbranche ist Kerkorian seit längerem aktiv. Erst im Dezember verkaufte er seine Beteiligung am angeschlagenen US-Hersteller General Motors. Offenbar war er mit seinen Sanierungsplänen für das Unternehmen beim Management auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Bei seinen Investments bedient sich Kerkorian seiner Gesellschaft Tracinda – der Name ist zusammengesetzt aus den Namen der beiden Töchter Tracy und Linda. Kerkorian war insgesamt dreimal verheiratet.

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