US-Milliardär
Kerkorian will GM-Anteil doch nicht erhöhen

General Motors-Großaktionär Kirk Kerkorian will wegen der gescheiterten Gespräche mit Renault/Nissan seinen Anteil an dem angeschlagenen Autobauer doch nicht erhöhen. Zudem werde sein Berater Jerome York aus dem Aufsichtsgremium des weltgrößten Autobauers austreten, teilte der Investor am Freitag in Detroit mit. Die GM-Aktie brach daraufhin zeitweise um fast acht Prozent ein.

HB WASHINGTON. Milliardär Kerkorian hält über die Investmentfirma Tracinda 9,9 Prozent an dem weltgrößten Autokonzern und hatte der Börsenaufsicht in der vergangenen Woche mitgeteilt, er erwäge den Kauf von bis zu zwölf Mill. zusätzlichen Aktien. Eine Aufstockung auf zehn Prozent oder mehr bedarf der Genehmigung durch die SEC.

Die in dieser Woche abgebrochenen Gespräche über ein Zusammengehen mit den Konkurrenten aus Frankreich und Japan waren auf Betreiben Kerkorians begonnen worden. Der Großinvestor versprach sich Synergieeffekte und Kosteneinsparungen von einem Bündnis. GM kämpft ebenso wie andere US-Autobauer auf seinem Heimatmarkt mit rückläufigen Absatzzahlen. Branchenexperten hatten außerdem nicht ausgeschlossen, dass Kerkorian GM-Chef Rick Wagoner durch dessen bei Investoren hoch angesehenes Gegenüber bei Renault und Nissan, Carlos Ghosn, ersetzen wollte. Die beiden GM-Konkurrenten sind durch wechselseitige Beteiligungen miteinander verflochten.

Zur Begründung für das Scheitern der Allianzgespräche hatten die drei Autohersteller angegeben, sie seien sich nicht über die Verteilung der erwarteten Einsparungen einig geworden. Knackpunkt war offenbar die Weigerung von Renault und Nissan, eine von GM geforderte Kompensation in Milliardenhöhe zu zahlen, Der US-Konzern sah darin einen Ausgleich für den Größenunterschied sowie für seinen Verzicht auf die Wahrnehmung anderer Bündnisoptionen.

Der Kerkorian-Vertraute York war erst im Februar in das Kontrollgremium von GM gewählt worden. Er machte sich für drastische Sparmaßnahmen wie Kürzungen von Managergehältern und Dividenden stark und forderte die Trennung von unprofitablen Marken wie Hummer und Saab.

Experten sagten am Freitag, die Anleger hätten Kerkorians Investmentfirma als eine treibende Kraft für Veränderungen bei GM gesehen und seien deshalb enttäuscht von ihrem Rückzug. Das Engagement des Milliardärs habe zu den Kursgewinnen des Autobauers um fast 90 Prozent im vergangenen Jahr beigetragen. Der Rückzug Yorks aus dem Direktorium lasse nun offen, ob Kerkorian auch seine bestehenden Anteile verkaufen und sich anderen Unternehmen zuwenden wolle. Möglich sei ebenso, dass er den Druck für Umstrukturierungen noch erhöhen wolle und hoffe, dies ohne die Beschränkungen eines Direktoriumssitzes erfolgreicher tun zu können.

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