US-Mischkonzern
GE legt ordentlich zu

Im zweiten Quartal dieses Jahres hat der weltgrößte Mischkonzern General Electric (GE) dank starker Ergebnisse in fast allen Sparten seinen Gewinn um vier Prozent gesteigert. Negativer Ausreißer war mit einem zehnprozentigen Gewinnrückgang einzig die Fernsehtochter NBC Universal. Für das Gesamtjahr sieht sich das US-Unternehmen auf gutem Weg, seine Prognose zu erfüllen.

HB BOSTON. Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete der zweitgrößte börsennotierte Konzern der Welt wie von Analysten erwartet einen Nettogewinn von 4,85 Mrd. Dollar oder 47 Cent pro Aktie - ein Plus von vier Prozent gegenüber den ein Jahr zuvor erzielten 4,65 Mrd. Dollar, beziehungsweise 44 Cent pro Aktie. Das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft sei um elf Prozent gestiegen, teilte der Konzern am Freitag weiter mit. Der Nettoumsatz stieg um neun Prozent auf 39,9 Mrd. Dollar und fiel damit rund 0,5 Mrd. Dollar höher aus als von Experten erwartet.

"Der Umsatz war sehr stark und leicht über den Erwartungen und der Gewinn lag genau im Rahmen der Prognosen - das sollte keine Überraschung sein", sagte Analyst Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. Seiner Einschätzung nach legt der Konzern zur Zeit keinen gesteigerten Wert drauf, die Erwartungen der Wall Street zu übertreffen. "Es gibt ein bisschen wirtschaftliche Unsicherheit bezüglich des zweiten Halbjahres. Sie werden sich also lieber ein wenig Pulver für die zweite Hälfte trocken halten, statt es jetzt zu verschießen." Die eingegangenen Aufträge lagen GE-Chef Jeff Immelt zufolge im zweiten Quartal etwa 17 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums.

Fast alle der sechs Sparten des Konzerns, dessen Produktkette von Flugzeugantrieben bis zu Geschäftskrediten reicht, verzeichneten im Berichtszeitraum einen zweistelligen Gewinnzuwachs. Einzig der NBC-Universal-Profit gab zehn Prozent nach. GE selbst rechnet nicht damit, dass sich dies im dritten Quartal ändert: In den kommenden drei Monaten werde der NBC-Gewinn wohl zwischen fünf und zehn Prozent abnehmen.

Für das Gesamtjahr hält GE an seiner Prognose fest und rechnet weiterhin mit einem Gewinn aus fortlaufendem Geschäft in Höhe von 1,94 Dollar bis 2,02 Dollar pro Aktie. Das wäre ein Plus zwischen 13 und 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wall-Street-Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinn von 1,99 Dollar pro Anteilsschein. "Sie versuchen, sehr vorsichtig mit den Erwartungen umzugehen", sagte Analyst Peter Smith von Morningstar. "Das könnte man auf der einen Seite so interpretieren, dass sie über einige Unsicherheiten nachdenken. Andererseits wäre es immer noch eine ganz schön starke Leistung, wenn sie das in dieser Spanne hinkriegen."

Gestiegene Ölpreise und Leitzinsen haben die Sorge vor einer möglichen schlechteren Entwicklung der US-Wirtschaft geschürt. Durch die breite Aufstellung des Konzerns könnte GE diese Klippen nach Einschätzung vieler Analysten relativ unbeschadet umschiffen. Die Entwicklung der GE-Aktien spiegelt dies derzeit jedoch nicht wieder. Sie verloren im Jahresverlauf 6,8 Prozent an Wert und machten sich damit deutlich schlechter als der Querschnitt der im Dow Jones gelisteten Werte, die im selben Zeitraum im Mittel 1,2 zulegten.

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