US-Mischkonzern
Gewinn von General Electric fast halbiert

Der US-Mischkonzern General Electric (GE) gerät immer tiefer in den Strudel der Wirtschaftskrise. Im dritten Quartal schrumpfte der Umsatz des Siemens-Erzrivalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewaltig - um fast zehn Mrd. Dollar. Der Gewinn brach prozentual sogar noch wesentlich stärker ein.

HB FAIRFIELD. Der US-Mischkonzern General Electric (GE) gerät immer tiefer in den Strudel der Wirtschaftskrise. Umsatz und Gewinn markierten neue Tiefstände in der Flaute. Von einer Erholung wie bei anderen amerikanischen Großkonzernen war im dritten Quartal noch keine Spur. Konzernchef Jeff Immelt hofft aber, dass mit der Talfahrt bald Schluss ist. Die weltweite Wirtschaft erhole sich langsam, sagte er am Freitag am Sitz in Fairfield (US-Bundesstaat Connecticut).

Wieder einmal war es die Finanzsparte, die besonders schlecht abschnitt. Immerhin blieb sie in den schwarzen Zahlen. Auch das Medien- und Industriegeschäft musste einstecken, dagegen lief die Energiesparte vergleichsweise gut. Insgesamt fiel der Umsatz im dritten Quartal auf 37,8 Mrd. Dollar, ein Fünftel weniger als noch vor einem Jahr. Der Überschuss halbierte sich beinahe auf 2,5 Mrd. Dollar. Neue Aufträge trudeln bei General Electric weiterhin nur zögerlich ein. Allerdings zeigte sich eine erste Bodenbildung.

GE mit seinen mehr als 300 000 Mitarbeitern gilt angesichts der breiten Angebotspalette als Gradmesser für die gesamte Wirtschaft. Entsprechend schlecht nahmen die weltweiten Aktienmärkte die Zwischenbilanz auf.

Mit Einsparungen über 5 Mrd. Dollar kämpft GE-Chef Immelt gegen die Folgen der Krise an. So werden Einkaufspreise gedrückt und Stellen abgebaut. Vor allem die angeschlagene Finanzsparte - vor der Wirtschaftskrise der Gewinnbringer des Konzerns - stutzt Immelt zurecht. Eine seiner ersten Taten war, die deutsche GE Money Bank an die spanische Großbank Santander abzugeben. „Wir setzen weiterhin unseren Plan um, ein fokussierterer Finanzdienstleister zu werden“, sagte Immelt. Er will das Firmenkundengeschäft stärken.

Die Hoffnungen des Konzernchefs ruhen aber vor allem auf dem industriellen Teil des Unternehmens. Die weltweit angelaufenen Konjunkturprogramme sollen das Geschäft beleben. Allerdings stehen die Amerikaner hier in starker Konkurrenz zu Siemens. Der Dax-Konzern hat die Krise bislang besser gemeistert als der Rivale aus Übersee. Die Münchener werden ihre Bilanz am 3. Dezember präsentieren.

General Electric und Siemens konkurrieren insbesondere im Energiegeschäft und in der Medizintechnik. Die Amerikaner waren über lange Jahre der finanziell stärkere Rivale, wegen der Probleme in der Finanzsparte holten die Deutschen aber auf. In Deutschland ist GE vor allem mit seiner Windanlagen-Fertigung und einer starken Forschung vertreten. Insgesamt arbeiten hierzulande rund 7000 Menschen für die Amerikaner.

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