US-Ölmultis müssen neue Reserven finden: Exxon profitiert von hohen Energiepreisen

US-Ölmultis müssen neue Reserven finden
Exxon profitiert von hohen Energiepreisen

Der weltgrößte Ölkonzern Exxon-Mobil hat seinen Gewinn im Jahr 2004 auf 25,3 Mrd. Dollar steigern und damit nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg den zweithöchsten Profit eines US-Unternehmens in der Geschichte einstreichen können. Der Jahresumsatz bleib knapp unter 300 Mrd. Dollar. Das teilte der Konzern gestern in Houston mit.

tom DÜSSELDORF. Exxon profitierte ähnlich wie die US-Konzerne Conoco-Phillips und Chevron-Texaco im vergangenen Jahr von den auf historische Höhen gestiegenen Öl- und Gaspreisen. Conoco und Chevron hatten in der vergangenen Woche ebenfalls Rekordgewinne gemeldet.

Neben dem Erfolg im Sektor Exploration und Produktion boomt bei den Konzernen auch das Raffineriegeschäft. Exxon zieht etwa ein Drittel seiner Gewinn aus der Verfeinerung des Rohöls. Weltweit sind die Raffineriemargen derzeit gut, weil die Nachfrage nach Benzin und vor allem nach Diesel zulegt.

Doch trotz schwindelerregender Gewinne sehen Branchenexperten auch einige Schatten über den US-Ölmultis: Sowohl Conoco als auch Chevron haben Schwierigkeiten, ihre Produktion zu steigern und die einmal verbrauchten Reserven durch neue wieder zu ersetzen. Diese Kennzahl ist ein wichtiger Indikator für Investoren und Anleger. Auf vielen älteren Feldern, vor allem in den USA, geht die Förderung zurück: Das American Petroleum Institute hat errechnet, dass die US-Ölkonzerne 2004 knapp vier Prozent weniger in den USA förderten als im Vorjahr – und auf dem niedrigsten Niveau seit fünf Jahren angelangt sind.

Auch Exxon gewinnt weniger aus seinen Feldern in den USA, Kanada, Europa und Asien. Im Vergleich zu seinen US-Konkurrenten steht der Branchenführer aber ein wenig besser da: Die Ölproduktion stieg gegenüber 2003 um zwei Prozent, getrieben vor allem durch die höhere Förderung in Westafrika. Dort hat der Konzern eine Reihe von Projekten im Bereich der Tiefsee-Förderung gestartet, die auch in anderen Regionen einen Boom erlebt. Die Erdgasproduktion war dafür leicht rückläufig. Insgesamt stagnierte die Öl- und Erdgasförderung des Branchenführers.

Die US-Gesellschaften bemühen sich daher auch, in Libyen Fuß zu fassen. Das Opec-Land, das ihnen wegen Sanktionen der US-Regierung bis zum Herbst 2004 verschlossen war, vergibt derzeit Lizenzen für neue Felder. Zu den Gewinnern zählen bisher der US-Konzern Occidental Petroleum und Chevron. Exxon ging leer aus – ähnlich wie die europäischen Wettbewerber, darunter BP und Total.

Trotz der Rekordgewinne hat Exxon in 2004 im vergangenen Jahr mit 14,9 Mrd. Dollar weniger in die Exploration und andere Investitionen gesteckt als im Vorjahr. Dafür kaufte der Konzern Aktien im Wert von zehn Mrd. Dollar zurück.

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