US-Pharmakonzern: Ablauf von Viagra-Patent belastet Pfizer

US-Pharmakonzern
Ablauf von Viagra-Patent belastet Pfizer

Neue Medikamente und Kosteneinsparungen: Der US-Pharmakonzern Pfizer kann im Schlussquartal Patenabläufe kompensieren. Obwohl Umsatz und Gewinn zurückgehen, sind die Anleger zufrieden.
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New YorkDer US-Pharmariese Pfizer überwindet allmählich die Folgen der großen Patentabläufe. Amerikas führender Arzneimittelhersteller profitierte im vierten Quartal von überraschend starken Geschäften mit seinen Medikamenten gegen Arthritis, Nervenschmerzen und Krebs. Der Gewinn schrumpfte zwar um 60 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar, wie das New Yorker Unternehmen am Dienstag mitteilte. Allerdings hatte vor einem Jahr noch ein Milliardengewinn aus dem Verkauf der Babynahrungssparte an Nestle den Überschuss aufgebläht. Diesen und andere Einmaleffekte herausgerechnet verdiente der Hersteller der Potenzpille Viagra 56 Cent je Aktie im Quartal - vier Cent mehr als Analysten erwartet hatten. Der Pfizer-Aktie legte daraufhin an der Börse gut drei Prozent zu.

Für das Jahr 2014 stellte die Konzernführung einen Gewinn je Aktie - Sondereffekte herausgerechnet - von 2,20 bis 2,30 Dollar in Aussicht. An der Wall Street wurden zuletzt 2,28 Dollar je Aktie erwartet.

Die Konkurrenz von Nachahmermitteln für den Cholesterinsenker Lipitor macht Pfizer zwar nach wie vor zu schaffen. Doch die Einbußen sind inzwischen nicht mehr ganz so herbe wie noch vor einem Jahr. So schrumpfte der Umsatz im vierten Quartal insgesamt lediglich um zwei Prozent auf 13,56 Milliarden Dollar. 2013 war der Umsatz im Schlussquartal noch um sieben Prozent eingebrochen.

Analysten hatten dem New Yorker Konzern für die Monate Oktober bis Dezember nur 13,35 Milliarden zugetraut. Vor allem das Patent-Aus für den Blutfettsenker Lipitor nagt weiter an den Erlösen. Die einst weltweit umsatzstärkste Arznei hatte Pfizer in der Spitze Jahresumsätze von dreizehn Milliarden Dollar eingebracht.

Dagegen baute Pfizer in seiner Onkologie-Sparte mit neuen Medikamenten wie Xalkori gegen Lungenkrebs oder Inlyta gegen Nierenkrebs seine Erlöse um 29 Prozent aus. Rund lief es auch im Geschäft mit dem Nervenschmerzmittel Lyrica, mit dem Pfizer den Umsatz um elf Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar erhöhte. Lyrica ist inzwischen das umsatzstärkste Mittel des Konzerns. Die Umsätze mit dem Impfstoff Prevnar legten um drei Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zu. Dagegen schrumpften die Umsätze mit der Potenzpille Viagra um 14 Prozent - Pfizer bekam in dem Geschäft die scharfe Konkurrenz im Ausland zu spüren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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