US-Pharmakonzern
Lilly setzt Hoffnungen auf Tiermedizin

Wie erwartet ist der Gewinn des amerikanischen Pharmariesen Eli Lilly um mehr als die Hälfte eingebrochen. Der Umsatz schrumpft um 16 Prozent, das Gewinnziel muss gesenkt werden. Aber eine Sparte macht Hoffnung.
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New York/FrankfurtDie scharfe Konkurrenz durch Nachahmer-Medikamente hat den amerikanischen Pharmariesen Eli Lilly zum Jahresstart ausgebremst. Der Gewinn schrumpfte im ersten Quartal binnen Jahresfrist um mehr als die Hälfte auf 728 Millionen Dollar, wie der in Indianapolis ansässige Arzneimittelhersteller am Donnerstag mitteilte. Konzernchef John Lechleiter stutzte daraufhin das Gewinnziel. Lilly rechnet für das Gesamtjahr jetzt nur noch mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,72 bis 2,80 Dollar. Noch im Januar hatte Lechleiter 2,77 bis 2,85 Dollar in Aussicht gestellt. Das umsatzstarke Anti-Depressivum verlor im Dezember den Patentschutz in den USA und steht inzwischen im Wettbewerb mit Herstellern günstiger Kopien.

„Die Ergebnisse des ersten Quartals spiegeln den erheblichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnissen wider, die wir als Folge der jüngsten US-Patentabläufe für Cymbalta und Evista erwartet hatten“, räumte Lechleiter ein. Die US-Schutzrechte für das Mittel gegen Knochenschwund Evista waren im März abgelaufen. Zu dem Gewinneinbruch trug auch bei, dass der Konzern noch im Vorjahr einen hohen Sonderertrag aus dem Verkauf von Rechten an einem Diabetes-Mittel eingefahren hatte.

Der Konzern, der seit 2011 mit Boehringer Ingelheim in der Diabetes-Medizin zusammenarbeitet, setzte von Januar bis März 4,68 Milliarden Dollar um - ein Minus von 16 Prozent. An der Wall Street war mit 4,8 Milliarden Dollar gerechnet worden. Die Umsätze mit Cymbalta sackten um 64 Prozent in den Keller, Evista fuhr 38 Prozent weniger Umsatz ein als noch vor einem Jahr. Umsatzstärkstes Präparat war im Auftaktquartal das Mittel Humalog gegen Diabetes, mit dem Lilly die Erlöse um drei Prozent auf 650 Millionen Dollar steigerte.

Rund lief es für Lilly in der Tiermedizin. Der Konzern erhöhte seine Preise und baute den Umsatz mit Arzneien und Impfstoffen für Nutz- und Haustiere um sechs Prozent auf 527,4 Millionen Dollar aus. Lilly wird künftig noch stärker in diesem Geschäft unterwegs sein, das normalerweise zwar weniger Rendite abwirft als das Geschäft mit rezeptpflichtiger Humanmedizin, dafür aber weniger Risiken birgt. Der US-Konzern übernimmt für 5,4 Milliarden Dollar die Tiermedizin-Sparte des Schweizer Pharmariesen Novartis. Auch Bayer war Interesse an dem Novartis-Geschäft nachgesagt worden. Mit dem Zukauf rückt die Lilly-Tierarzneitochter Elanco von Platz vier auf den zweiten Platz unter den weltweit größten Tierarznei-Herstellern vor. Branchenführer ist aktuell der Anfang 2013 von Pfizer an die Börse gebrachte US-Konzern Zoetis.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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