US-Pharmakonzern
Merck kündigt für 2008 Gewinnanstieg an

Der US-Pharmariese Merck blickt angesichts seiner neueren Medikamente und Impfstoffe optimistisch in das nächste Jahr und hat einen Gewinnanstieg angekündigt. Auch an seinen mittelfristigen Zilen hält der Konzern fest. Börsianer konnten sich für die Nachrichten allerdings nicht begeistern.

HB NEW YORK. "Das Unternehmen rechnet mit einem soliden Gewinnwachstum 2008“, erklärte Merck -Finanzchef Peter Kellogg am Dienstag. Erlöse mit jüngeren Arzneimitteln würden 2008 voraussichtlich den Verlust der exklusiven US-Vermarktungsrechte für das lukrative Osteoporose-Präparat Fosamax wettmachen.

Ohne Sonderposten erwarte Merck 2008 einen Gewinn in der Spanne von 3,28 Dollar bis 3,38 Dollar je Aktie. 2007 würden je Aktie ohne Sonderposten voraussichtlich 3,08 Dollar bis 3,14 Dollar erwirtschaftet. An seinen mittelfristigen Finanzzielen hielt der Konzern fest: Merck bleibe auf Kurs, im Zeitraum 2005 bis 2010 pro Jahr ohne Sonderposten ein prozentual zweistelliges Wachstum des Gewinns pro Aktie zu erzielen, erklärte die Konzern-Führung.

Die Merck -Aktie büßte an der Wall Street dennoch 2,9 Prozent auf 57,08 Dollar ein. "Es sieht so aus, als ob Merck sich mit diesen Prognosen eine sehr niedrige Hürde gesetzt hat“, kommentierte Damien Conover, Analyst bei Morningstar. Analysten hatten Merck im kommenden Jahr zuletzt im Schnitt einen Gewinn je Aktie ohne Sonderposten von 3,37 Dollar zugetraut.

Für das umsatzstarke Atemwegsmittel Singulair rechnet das Management 2008 mit Erlösen von 4,6 bis 4,8 Milliarden Dollar. Die Impfstoffumsätze würden 2008 wahrscheinlich auf 4,8 bis 5,2 Milliarden Dollar steigen. Die Umsätze im kommenden Jahr würden zudem voraussichtlich durch die neuen Diabetes-Mittel Januvia und Janumet und das Aids-Präparat Isentress angekurbelt. Dazu komme der Impfstoff Gardasil gegen Gebärmutterhalskrebs.

Merck kündigte am Dienstag außerdem für das vierten Quartal dieses Jahres Versicherungseinahmen von 450 Millionen Dollar vor Steuern im Zusammenhang mit den Vioxx-Klagen an. Merck hatte sich im Rechtsstreit um das Schmerzmittel unlängst mit der Mehrzahl von Klägern auf einen fast fünf Milliarden Dollar schweren Vergleich geeinigt. Der Konzern hatte Vioxx 2004 vom Markt genommen, nachdem in Studien ein höheres Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko bei längerer Einnahme nachgewiesen wurde. Zehntausende ehemalige Vioxx-Patienten und Versicherungen hatten die Firma auf Schadensersatz verklagt.

Darüber hinaus werde Merck dieses Jahr vor Steuern Aufwendungen von 670 Millionen Dollar in der Bilanz unterbringen, hieß es. Diese Summe werde für die Beilegung einer Auseinandersetzung mit US-Behörden um vergangene Marketing- und Verkaufspraktiken benötigt.

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