US-Pharmakonzern
Schering-Plough muss Milliarden sparen

Der US-Pharmakonzern Schering-Plough Corp reagiert mit einem milliardenschweren Sparprogramm auf den befürchteten massiven Nachfrageschwund bei zwei seiner Schlüsselmedikamente. Der Börsenwert des Unternehmens hat sich seit Januar halbiert.

HB NEW YORK. Schering -Plough wolle mit Einschnitten im höheren Management, bei Vertrieb und Forschung sowie bei der Zahl der Werke Einsparungen von jährlich 1,5 Mrd. Dollar erzielen, kündigte der Arzneimittelhersteller in der Nacht zum Donnerstag an. "Kein Bereich wird ausgenommen", sagte Konzernchef Fred Hassan.

"Ein Schwerpunkt wird in den USA sein, wo der neue Druck auf die Branche und unser Unternehmen besonders intensiv ist", kündigte Hassan an. Von dem angepeilten Einsparvolumen von 1,5 Mrd. Dollar jährlich will der in Kenilworth in New Jersey ansässige Konzern bis Ende 2010 mindestens 1,25 Mrd. Dollar erreichen.

Hintergrund für den seit Januar halbierten Börsenwert von Schering -Plough sind negative Ergebnisse einer Studie zu den beiden Schlüsselpräparaten Vytorin und Zetia, die den Nutzen dieser Cholesterinsenker in Frage stellte. Erst vor wenigen Tagen war Patienten zudem auf einem Herzspezialisten-Kongress empfohlen worden, erst ältere Cholesterinsenker zu nehmen, bevor sie zu Vytorin oder Zetia greifen. Die Präparate kamen zusammen zuletzt auf einen Jahresumsatz von fünf Mrd. Dollar und steuerten damit einen Großteil zum Gewinn von Schering -Plough bei.

Der Konzern vertreibt sie mit Merck & Co in einem Gemeinschaftsunternehmen. In Japan arbeitet Schering -Plough bei Zetia mit Bayer, was Bestandteil einer strategischen Allianz ist, die die beiden Konzerne 2004 für eine Reihe von Allgemeinarzt-Medikamenten geschlossen hatten.

"Diese Konfusion angesichts des Fehlens einer offenen und ausgewogenen wissenschaftlichen Diskussion der klinischen Studie hat bei Millionen von Patienten ungerechtfertigte Sorgen ausgelöst", erklärte Hassan. Die Medikamente seien gut. Sie täten genau das, wozu sie entwickelt wurden. Analysten gehen davon aus, dass in den USA die Verschreibungen von Vytorin und Zetia deutlich zurückgehen werden. Die Experten von Goldman Sachs beispielsweise erwarten, dass das US-Cholesteringeschäft von Schering -Plough 2008 um 24 Prozent einbrechen wird.

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