US-Pharmakonzern strebt stärkere Position bei Medikamenten gegen Krebs an
Eli Lilly will Biotech-Sparte ausbauen

Der Pharmakonzern Eli Lilly will in den kommenden Jahren seine Position als Anbieter von Biotech-Medikamenten deutlich ausbauen. Ziel der Maßnahmen ist, die Effizienz in der Produktentwicklung weiter zu verbessern und mittelfristig die Position in der Krebsbehandlung zu stärken.

FRANKFURT/M. „Auf diesem Gebiet wollen wir Ende des Jahrzehnts unter die führenden drei Anbieter aufrücken“, sagte Firmenchef Sidney Taurel im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Bereits vor einigen Monaten hatte Lilly für 400 Mill. $ das Biotechunternehmen Applied Molecular Evolutions, einen Spezialisten für die Optimierung von therapeutischen Eiweißstoffen, übernommen. Parallel dazu investiere man stark in die eigenen Entwicklungskapazitäten und Prozesstechnologien, sagte Taurel: „Wir haben unter den großen Pharmaherstellern eine besonders starke Position, wenn es darum geht, sowohl klassische Pharmamoleküle als auch biologische Wirkstoffe anzubieten.“

Doch auch die Konkurrenz hat in jüngerer Zeit auf dem Gebiet investiert. Branchenführer Pfizer etwa verstärkte seine Aktivitäten Ende 2003 durch eine Kooperation mit dem Münchner Antikörper-Spezialisten Morphosys und hat bereits weitere Zukäufe im Biotech-Sektor angekündigt.

Bei den so genannten biologischen Wirkstoffen handelt es sich um Makromoleküle wie Eiweißstoffe oder Wachstumsfaktoren, die so komplex aufgebaut sind, dass sie nur mit Hilfe von gentechnisch modifizierten Mikroorganismen oder Zellen hergestellt werden können. Die Produktion ist daher relativ aufwendig. Auf der anderen Seite bieten diese „rekombinanten“ Wirkstoffe den Vorteil, dass es sich in der Regel um natürliche Substanzen handelt. Es besteht daher die Aussicht auf geringere Ausfallrisiken und niedrigere Entwicklungskosten. Zudem ist es für Generikafirmen wesentlich schwieriger und aufwendiger, Nachahmerprodukte in den Markt zu bringen. „Es macht daher sehr viel Sinn, eine gute Balance zwischen klassischen kleinen Molekülen und Biotech-Wirkstoffen zu haben“, sagt Taurel.

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