US-Pharmariese
Merck setzt mehr um als erwartet

Vor allem die starken Geschäfte mit Impfstoffen und Diabetesmitteln sorgten bei Merck für höhere Umsätze als von Analysten erwartet. Der Gewinn ging allerdings wegen höherer Kosten um elf Prozent zurück.
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New York/Whitehouse StationStarke Geschäfte mit Impfstoffen, Diabetes- und Aids-Medikamenten stützen den US-Pharmariesen Merck & Co. Der zweitgrößte Arzneimittelhersteller der USA nach Pfizer übertraf mit seinen Gewinnzahlen zum zweiten Quartal die Schätzungen der Analysten. Konzernchef Kenneth Frazier bekräftigte zur Vorlage des Zwischenberichts am Freitag die Jahresziele des Konzerns.

Er stellte zugleich Fortschritte in der Medikamentenentwicklung in Aussicht. Denn wie andere internationale Pharmakonzerne muss auch Merck & Co Umsatzeinbußen durch wegfallende Patente bei Schlüsselpräparaten verkraften. "In unserem Medikamentennachschub erzielen wir erhebliche Fortschritte in diesem Jahr und wir rechnen mit sechs großen Zulassungsanträgen innerhalb der kommenden 18 Monate", kündigte Frazier an. Darunter sollen neue Präparate gegen Knochenschwung sowie Schlafstörungen sein.

Merck & Co erzielte im Zeitraum April bis Juni einen Gewinn von 1,79 Milliarden Dollar, das entspricht einem Rückgang von 11,4 Prozent binnen Jahresfrist. Pro Aktie kam der Konzern vor Sonderposten auf ein Ergebnis von 1,05 Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenschätzungen um vier Cent. Die Merck-&-Co-Aktie legte kurz nach Börseneröffnung um 3,1 Prozent zu. Das in Whitehouse Station im Bundesstaat New Jersey ansässige Unternehmen setzte von April bis Juni 12,31 Milliarden Dollar um und damit ein Prozent mehr als vor Jahresfrist. Analysten hatten 12,15 Milliarden erwartet.

Der starke Dollar wirkte sich negativ auf die Einnahmen im Auslandsgeschäft aus. Wechselkursbereinigt stiegen die Umsätze um fünf Prozent. Für das Gesamtjahr 2012 erwartet Merck & Co wie bisher ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 3,75 bis 3,85 Dollar. Im vergangenen Jahr verdiente der Konzern je Anteilsschein 3,77 Dollar.

Umsatzstärkstes Medikament im Quartal war das Asthma-Mittel Singulair. Mit seinem Top-Präparat konnte Merck & Co die Verkaufserlöse um sechs Prozent auf 1,43 Milliarden Dollar ausbauen. Doch die Umsatzerfolge mit der Arznei werden nicht mehr lange anhalten. Denn im August wird das Mittel, mit dem Merck & Co zuletzt immerhin Jahresumsätze von fünf Milliarden Dollar einfuhr, seinen Patentschutz in den USA verlieren. Dann drohen herbe Umsatzeinbrüche, da Generikafirmen ihre günstigen Nachahmer rasch auf den Markt bringen dürften.

Analysten zufolge könnte Merck binnen kurzer Zeit der Singulair-Umsatz um zwei Drittel wegbrechen. Den stärksten Umsatzzuwachs sah das Diabetes-Mittel Januvia. Die Verkaufserlöse mit dem Mittel schnellten um 36 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar in die Höhe. Die Merck-Führung hofft, die kommenden Einnahmeausfälle bei Singulair künftig durch starkes Wachstum bei der Diabetes-Arznei abzufedern.

Auch die HIV-Arznei Isentress verzeichnete ein kräftiges Umsatzplus von 18 Prozent auf 398 Millionen Dollar im abgelaufenen Quartal. Dagegen brachen die Erlöse mit dem Blutdruckmittel Cozaar um 17 Prozent auf 337 Millionen Dollar ein. Das Medikament verlor den Patentschutz. Wie sich der Branchenprimus Pfizer im zweiten Quartal geschlagen hat, wird in der kommenden Woche feststehen. Pfizer will am Dienstag seinen Zwischenbericht veröffentlichen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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