US-Pharmariese
Pfizer strukturiert Sparten neu

Der Konzernumbau des Pharmakonzerns Pfizer nimmt konkrete Formen an. Das Unternehmen soll künftig in drei Sparten aufgegliedert werden. Besonders schnell geschieht dies in Ländern, in denen es keine Betriebsräte gibt.
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New YorkDer größte amerikanische Arzneimittelhersteller Pfizer treibt den Konzernumbau voran und will seine Geschäfte künftig in drei große Sparten gliedern. In Ländern, in denen keine Verhandlungen mit Betriebsräten und Gewerkschaften erforderlich seien, soll die neue Segment-Struktur bereits im Januar 2014 in Kraft treten, teilte Pfizer am Montag in New York mit. Konzern-Chef Ian Read hatte vor einigen Monaten angekündigt, die Aufstellung sowohl seiner Geschäfte mit patentgeschützten Arzneien - von Pfizer als „innovative Geschäfte“ bezeichnet - als auch der Generika-Geschäfte zu überprüfen. Dies wurde als erster Schritt hin zu einem möglichen Verkauf des Generikageschäfts in einigen Jahren gewertet.

Eine der neuen Sparten von Pfizer soll Arzneimittel umfassen, deren Patentschutz auch nach 2015 noch nicht abgelaufen ist. Zu ihr sollen unter anderem Medikamente gegen Entzündungskrankheiten, Immunologie-Präparate, Herzkreislauf-Arzneien, neurologische Medikamente, Schmerzmittel und Medikamente gegen seltene Krankheiten gehören. In die zweite neue Sparte packt Pfizer unter anderem seine Geschäfte mit Impfstoffen und Krebsmitteln. Schließlich soll es ein Generika-Segment geben, das auch ältere Medikamente umfasst, die bis einschließlich 2015 ihren Patentschutz in größeren Märkten verlieren, sowie Biotech-Nachahmer. Auch Partnerschaften wie mit Mylan in Japan und mit Hisun in China will Pfizer in diesem Segment führen.

Viele Analysten hatten dem für seine Potenzpille Viagra bekannten Konzern geraten, sich künftig noch stärker auf das margenstarke Kerngeschäft mit rezeptpflichtigen Arzneien zu konzentrieren. Von Geschäftsfeldern, die geringere Renditen abwerfen wie etwa das Generika-Geschäft, solle sich Pfizer dagegen trennen. Einige größere Geschäftsteile hatte Pfizer bereits abgestoßen. So verkaufte das Unternehmen sein Geschäft mit Baby-Nahrung für zwölf Milliarden Dollar an den Schweizer Nestle -Konzern. Anfang Februar spaltete Pfizer seine Tiermedizin-Sparte unter dem Namen Zoetis an die Börse ab. Ein Umbau war nötig geworden, da das bislang weltweit umsatzstärkste Präparat, der Cholesterinsenker Lipitor, seinen Patentschutz verlor. Mit dem Präparat hatte der Konzern in der Spitze 13 Milliarden Dollar im Jahr umgesetzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • dass dieser Konzern nunmehr diese Eiertänze durchführen muss, ist zum allergrößten Teil auf Managementfehler und eine gar unglaubliche Arroganz zurück zu führen. In Deutschland hat man bei den 2 großen Mergern fast alles know-how der gekauften Firmen mit durchaus großzügigen Sozialplänen aus dem Konzern befördert. Grund war, dass man ja alles viel, viel besser konnte -- wer das Gaze verfolgt hat, sieht wo diese Einstellung hingeführt hat.

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