US-Reaktionen auf Piëch-Rücktritt
„Er kam im Feuer um, das er gelegt hat“

Der Rücktritt des VW-Aufsichtsratschefs wird in den USA kaum wahrgenommen. Doch die „Chattanooga Free Times Press“ platziert die Nachricht prominent. In der Stadt gibt es den „Ferdinand Piëch Way“.
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San Francisco„Er kam im Feuer um, das er gelegt hat“, hat das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ am Samstag als eines von wenigen Medien in den USA den spektakulären Rücktritt des VW-Aufsichtsratschefs kommentiert. Es sei nie geklärt worden, warum Ferdinand Piëch Martin Winterkoren eigentlich loswerden wollte, konstatiert das Magazin, spekuliert aber, dass es die schleppende Entwicklung im wichtigen US-Markt gewesen sein könnte, die Piëch ungeduldig werden ließ.

Amerika ist im Wochenende und Wolfsburg weit weg. Sender wie „Bloomberg TV“ spielen alte Konserven ab, die Wall Street ist geschlossen. Dem Nachrichtensender „CNN“ ist der Vorgang nur eine kurze Meldung auf der Webseite wert. Auch „Businessinsider.com“ reicht eine Agenturmeldung von AP, ebenso den „Detroit News“ aus Amerikas Autostadt Nummer eins. Das dominierende Thema ist, wie auch bei vielen anderen Webseiten, die Erdbeben-Tragödie in Nepal.

Bei der „Chattanooga Free Times Press“ schafft es der Showdown bei Volkswagen wie auch beim „Wall Street Journal“ auf Seite eins. In Chattanooga ist das VW-Werk beheimatet. Viele Familien haben jemanden, der dort arbeitet. In der Stadt führt ein „Ferdinand Piëch Way“ zu den Werkstoren.

Volkswagen plant Milliardeninvestitionen in den kommenden Jahren und will tausende Arbeitsplätze schaffen. Ab 2016 ist die Produktion eines SUV geplant. Bereits Anfang April zeigte Volkswagen neue Modelle des VW Beetle und einen Golf Alltrack für Outdoor-Freunde. Neue Modelle sollen dieses Jahr die langersehnte Wende in einem Markt bringen, in dem die Wolfsburger den generellen Aufschwung verpasst haben.

2014 verkaufte VW 366.970 Autos in den USA und damit kaum mehr als 2011. Ziel für 2018 ist, rund eine Million Fahrzeuge aller VW-Marken abzusetzen. Branchenanalysten halten das mittlerweile für sehr ambitioniert. Aber Martin Winterkorn hat schon andere Probleme gemeistert.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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