US-Rüstungsbranche freut sich über erfolgreiches Quartal - Doch das Rüstungsbudget wird schrumpfen
Lockheed Martin winkt Großauftrag

Der größte Rüstungskonzern der Welt, Lockheed Martin, kann einen Großauftrag melden: Gemeinsam mit dem brasilianischen Jet-Hersteller Embraer hat Lockheed den Auftrag für die Entwicklung eines Spionage- und Überwachungsflugzeugs für die US-Armee und die Marine erhalten.

tom DÜSSELDORF. Das bestätigte der US-Konzern gestern. Bis 2010 ergebe sich für das System, das unter der Bezeichnung Aerial Common Sensor (ACS) läuft, ein Vertragsvolumen von 879 Mill. Dollar. Lockheed schätzt den Gesamtumfang künftig auf bis zu sieben Mrd. Dollar.

Analysten werten den Auftrag für Embraer als Meilenstein im Militärgeschäft: Die Brasilianer, die im zivilen Bereich in den USA bereits stark sind, versuchen seit längerem, auf dem abgeschlossenen Rüstungsmarkt Fuß zu fassen. Ziel ist es, den auf magere sieben Prozent geschrumpften Rüstungsanteil am Gesamtumsatz wieder zu erhöhen.

Embraer sticht mit seiner ERJ-145 den Gulfstream-Jet aus, der im unterlegenen Angebot von Northrop Grumman enthalten war. „Die Gulfstream hätte von ihren Eigenschaften her besser gepasst“, sagt Sascha Lange, Rüstungsexperte bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP). Vermutlich habe Lockheed insgesamt ein günstigeres Angebot vorgelegt.

Mit dem Auftrag sollen unterschiedliche Maschinentypen, die seit vielen Jahren in Dienst stehen, ersetzt werden. Die Überwachungsfähigkeiten des neuen Systems folgen den erhöhten Anforderungen des US-Militärs: Von Bord der Jets aus sollen künftig unter anderem Mobiltelefone belauscht werden.

Freuen kann sich auch Lockheed, der unter anderem die F-16 baut, den meistverkauften Kampfjet der Welt: Jüngst war der Konzern in anderen großen Ausschreibungen unterlegen. So ging zum Beispiel ein Auftrag für den Bau eines Jets für die Marine, der zur U-Boot-Jagd eingesetzt werden kann, an den Konkurrenten Boeing. Enttäuschend entwickelten sich auch die Übernahmepläne für das amerikanische IT-Unternehmen Titan: Lockheed musste den Milliarden-Deal absagen, weil das US-Justizministerium gegen Titan wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt.

Gute Nachrichten lieferten die Zahlen für das kürzlich zu Ende gegangene zweite Quartal: Nicht nur Lockheed – die gesamte US-Rüstungsbranche kann sich beim Pentagon für gute Ergebnisse bedanken. Raytheon, weltgrößter Hersteller von Lenkwaffen, musste zwar unter dem Strich einen Verlust hinnehmen, der Konzern erhöhte aber seine Prognose für das Jahr deutlich. Allein im zweiten Quartal erhielt Raytheon Pentagon-Aufträge im Wert von fünf Mrd. Dollar.

Seite 1:

Lockheed Martin winkt Großauftrag

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%