US-Rüstungsindustrie
Kein Ende der fetten Jahre abzusehen

Die US-Waffenschmieden blicken in eine rosige Zukunft. Ganz im Trend der vergangenen Jahre haben die US-Rüstungskonzerne auch anno 2007 Milliarden umgesetzt; Kriege, Kriegsfolgen und Exporte garantieren den Unternehmen wachsende Umsätze. Doch die florierende Rüstungsindustrie hat auch Schattenseiten - die Belastungen für US-Steuerzahler sind enorm.

PORTLAND. Für Lockheed Martin - ebenso wie für die anderen großen US-Waffenhersteller Boeing, Northrop Grumman, Raytheon, General Dynamics, United Technologies sowie für viele kleinere Unternehmen der Branche - fließen seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 in New York und Washington und den nachfolgenden Kriegen in Afghanistan und im Irak Milch und Honig. Während sie weiter Großwaffensysteme aus den Zeiten des Kalten Krieges bauen, liefern sie zusätzlich an die Truppen und ihre Alliierten auf den Kriegsschauplätzen Panzer, Panzerfahrzeuge, Geschütze, Informationstechnologie und andere Kampfausrüstung.

Über 600 Mrd. Dollar haben die beiden Kriege bisher gekostet und einschließlich der gesundheitlichen Versorgung von mehreren Hunderttausend Veteranen schätzen Experten die langfristigen Belastungen für US-Steuerzahler auf mehr als 3 000 Mrd. Dollar.

Die Ergebnisse der großen Waffenschmieden für 2007 liegen ganz im Trend der vergangenen fünf Jahre: wachsende Umsätze, hohe Gewinne, massive Rückkäufe eigener Aktien und steigende Aktienkurse. Die Kurse von Lockheed, Boeing, General Dynamics haben sich in den vergangenen fünf Jahren mindestens verdoppelt und damit deutlich besser entwickelt als der Dow Jones-Index von 30 Standardwerten. Milliardengewinne übersetzten sich für die Firmenchefs in Millionenbezüge. Und im Vergleich zu anderen Industriebetrieben bezahlt die Rüstungsbranche ihre Manager seit Jahren schon deutlich besser. Mit ihren tatsächlichen Rüstungsausgaben von mehr als 500 Mrd. Dollar bestreiten die USA nicht nur gut die Hälfte aller jährlichen Militäraufwendungen in der Welt, sondern die US-Waffenschmieden sind unangefochten auch der Exportweltmeister in dieser Branche. Nach Angaben des U.S. Census Bureau exportieren die USA jährlich im Schnitt Waffen für rund zwölf Mrd. Dollar. Das ist fast zehnmal mehr, als sie importieren und ein Mehrfaches der nächst größten Rüstungsexporteure, Russland, Großbritannien und China.

Der Boeing -Konzern, der unter anderem bereits F-15 Kampfflugzeuge nach Japan und Singapur geliefert hat, baut vor allem auf wachsende Exporte nach Asien. Im vergangenen Jahr erreichten die Exporte von Boeings Rüstungstochter IDS schätzungsweise 4,2 Mrd. Dollar, wovon über die Hälfte bereits nach Asien gingen. "Wir rechnen damit, dass der US-Rüstungshaushalt in den nächsten Jahren mehr oder weniger stagniert. Entsprechend wächst die Bedeutung des Exportgeschäftes", sagte Joe Song, Asien-Chef von IDS, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

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