US-Saatguthersteller Bayer erhöht Angebot für Monsanto

Umgerechnet etwa 55 Milliarden Euro hatte der Dax-Konzern Bayer für den umstrittenen US-Saatgutspezialisten Monsanto bisher geboten – nach Meinung der Amerikaner zu wenig. Nun legen die Leverkusener noch einmal nach.
Update: 14.07.2016 - 20:40 Uhr
Bayer will drei Dollar pro Anteilsschein mehr als bisher bieten. Quelle: dpa
Bayer

Bayer will drei Dollar pro Anteilsschein mehr als bisher bieten.

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LeverkusenBayer legt im Ringen um den US-Saatgutriesen Monsanto nach. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern bietet nun 64 Milliarden Dollar und will die Amerikaner damit zum Einlenken bewegen. „Bayer hat die feste Absicht, diese Transaktion abzuschließen“, erklärte Vorstandschef Werner Baumann am Donnerstag. Monsanto sagte zu, die neue Offerte zu prüfen. Sollte die Übernahme glücken, wäre sie die größte in der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Die Amerikaner hatten im Mai das 62 Milliarden Dollar schwere Angebot von Bayer zurückgewiesen, aber Gesprächsbereitschaft bekundet. „Bayer hat in den vergangenen Wochen vertrauliche Gespräche mit Monsanto geführt“, teilten die Leverkusener nun mit. Daraus hätten sich neue Informationen ergeben, die die Erhöhung der Offerte um drei Dollar auf 125 Dollar je Aktie rechtfertigten. Worum es dabei genau ging, erklärte Bayer nicht. Das neue Angebot liege um 40 Prozent über dem Kurs der Monsanto-Aktie am Tag bevor die Übernahmepläne von Bayer bekannt wurden.

Die Monsanto-Aktie legte zeitweise um fast sechs Prozent auf 107,18 Dollar zu, pendelte sich dann aber bei rund 104 Dollar ein - weit entfernt von dem Übernahmeangebot. In den USA war zuletzt über eine Aufstockung bis auf 135 Dollar spekuliert worden. Die Bayer-Papiere fielen nachbörslich um knapp ein Prozent auf 92,10 Euro.

Bayer sei, wenn nötig, zu Zusagen gegenüber den Behörden bereit, um die Übernahme nicht scheitern zu lassen, erklärte der Leverkusener Konzern. Wenn die Kartellbehörden die nötigen Freigaben trotzdem nicht erteilen, sollen die Amerikaner 1,5 Milliarden Dollar bekommen. Bayer geht nach eigenem Bekunden weiter davon aus, alle notwendigen regulatorischen Freigaben innerhalb eines "angemessenen Zeitraums" erhalten zu können. Die Finanzierungs- und Regulierungsfragen der Amerikaner habe Bayer „umfassend“ beantwortet.

Monsanto-Chef Hugh Grant hatte bei der Vorstellung der Quartalszahlen Ende Juni gesagt, sein Unternehmen sei weiter offen für Gespräche mit Bayer, spreche aber auch mit "anderen" über alternative strategische Optionen. Den Amerikanern liegt die neue Offerte nach Angaben der Leverkusener seit Samstag vor. Zwei mit der Sache vertrauten Person zufolge wird der Verwaltungsrat von Monsanto bald bei einem Treffen über die Offerte beraten. Wie er darauf reagiere, sei noch offen. "Man kann aber davon ausgehen, dass sie keine Freudensprünge machen werden", sagte einer der Insider.

„Auch wenn die Breakup-Fee eine der wichtigen Bedenken hinsichtlich der Transaktion adressiert, ist das bestehende Produktportfolio von Monsanto mit der leichten Erhöhung des Angebots immer noch nicht angemessen bewertet“, urteilte Michael Knolla vom Investmenthaus Manning & Napier, das 14. größter Investor von Monsanto ist. Die Analysten von Morningstar gehen davon aus, dass die höhere Offerte nicht ausreicht, um Monsanto zu ködern.

Mit der Sache vertrauten Personen zufolge haben die Amerikaner noch keine vertrauliche Vereinbarung mit Bayer getroffen, die den Leverkusenern Einblick in die Bücher von Monsanto gewährt. In der nur leichten Erhöhung der Offerte spiegele sich die Einschätzung wider, dass die schwachen Quartalszahlen von Monsanto auf der Bewertung lasten. Der Saatgutriese hatte für sein vergangenes Geschäftsquartal einen Gewinneinbruch um gut 37 Prozent auf 717 Millionen Dollar ausgewiesen. Zudem hatte Grant die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erneut gekappt.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

  • rtr
  • dpa
  • afp
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