US-Suppenhersteller
Campbell gibt Sparte ab

Der britische Konzern Premier Foods erwirbt die britische und irische Sparte des US-Suppenherstellers Campbell Soup für rund 845 Mill. Dollar (663 Mill. Euro). Der US-Konzern hatte im März erklärt, er erwäge, die Sparte abzustoßen, da diese die Wachstumserwartungen nicht erfüllt habe.

HB LONDON. Der in New Jersey ansässige Konzern folgt dem Beispiel von H.J. Heinz Co. und Sara Lee Corp. und verkauft angesichts der stärkeren Konkurrenz von Discountern kleinere Sparten in Europa. Im März hatte Campbell die Sparte als „stark fragmentiert“ bezeichnet. Sie erzielt einen Umsatz von rund 480 Mill. Dollar und trug im letzten Jahr 29 Prozent zum Campbell-Umsatz mit Saucen und Suppen bei.

Premier Foods will den Kauf durch eine Kapitalerhöhung über 450 Mill. Pfund (650 Mill. Euro) finanzieren, kündigte Vorstandschef Robert Schofield an. Für Premier Foods mit Hauptsitz im englischen St. Albans ist es die fünfte Akquisition in drei Jahren. Der Lebensmittelkonzern erwirbt Marken, um von der weniger profitablen Produktion von Supermarkt-Eigenmarken weg zu diversifizieren. „Diese Marken passen wie maßgeschneidert in die bestehenden Kategorien von Premier Foods“, sagte Schofield.

Premier Foods „hat vernachlässigte und schwache Marken aufgekauft und ihnen durch Investitionen und Innovationen neues Leben eingehaucht“, beschrieb Andrew Saunders, Analyst bei Numis Securities Ltd. „Bisher können sie eine ziemlich gute Erfolgsgeschichte vorweisen.“ Im letzten Jahr konnte Premier Foods den Gewinn mehr als verfünffachen, angetrieben durch Werbung und neu zugekaufte Produkte, teilte das Unternehmen im März mit.

Mit dem Kauf erweitert Premier Foods die Angebotspalette unter anderem um Saucen der Marke Homepride und Suppen der Marke Batchelors. Auch die Oxo-Brühwürfel, die auf dem von Justus Liebig entwickelten Fleischextrakt basieren, gehören zum Produktportfolio von Campbell, das Premier Foods kauft. Premier Foods will Oxo als Würze in anderen Kategorien verwenden und eine flüssige Saucenbasis entwickeln. Zu den unter dem Namen Batchelors verkauften Tütensuppen sollen möglicherweise Dosensuppen kommen, sagte Schofield.

Premier Foods rechnet innerhalb von drei Jahren mit Kostensenkungen in Höhe von 28 Mill. Pfund. Die Akquisition soll laut Schofield den Gewinn im ersten vollen Jahr nach dem Kauf steigern. Die Aktionäre müssen die Transaktion voraussichtlich Mitte August auf einer Aktionärsversammlung billigen.

2004 hatte Premier Foods bereits Bird’s custard von Kraft Foods erworben, im vergangenen Jahr wanderte Marlow Foods Holdings, der Hersteller des in Großbritannien verbreiteten Fleischersatzes Quorn in den Einkaufskorb von Premier Foods.

Der Aktienkurs von Premier Foods stieg am Mittwoch in London vier Prozent auf 321,75 Pence. Campbell verbilligten sich im frühen Handel in New York 0,8 Prozent auf 37,61 Dollar. Während die Premier Foods-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten 2,7 Prozent an Wert eingebüßt hat, haben die Campbell-Papiere im gleichen Zeitraum 25 Prozent hinzugewonnen.

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