US-Unternehmen muss größten Quartalsverlust seit 13 Jahren hinnehmen
General Motors schockt Märkte mit Gewinnwarnung

Der weltgrößte Automobilhersteller General Motors (GM) hat am Mittwoch die Börsen mit einer Gewinnwarnung belastet. Der US-Konzern teilte mit, er werde im ersten Quartal einen Verlust von 1,50 Dollar je Aktie einfahren.

tor/hz NEW YORK. Auf der Basis des Vorjahresergebnisses beliefe sich der Verlust auf mehr als 850 Mill. Dollar – der höchste Fehlbetrag in einem Quartal seit 1992. Damals stand das Unternehmen kurz vor dem Konkurs.

Gleichzeitig verringerte GM seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr um mehr als 50 Prozent auf einen Betrag zwischen ein und zwei Dollar je Aktie. Der Kurs von GM sank zu Handelsbeginn um 13 Prozent. GM-Konkurrent Ford teilte mit, man werde im Jahr 2005 am unteren Rand der bisherigen Gewinnprognose bleiben.

GM-Chef Rick Wagoner führte den Gewinneinbruch vor allem auf das schwierige Geschäft in den USA zurück: „Nordamerika ist unser größter Markt. Wir müssen unser Geschäft hier in Ordnung bringen.“ GM verfügt auf dem US-Markt nur noch über einen Marktanteil von rund 25 Prozent. Der Konzern muss angesichts hoher Lagerbestände seine Produktion um zwölf Prozent zurückfahren. Die überalterte Modellpalette und Absatzschwierigkeiten auf dem umkämpften Markt für Geländewagen sind für den Niedergang entscheidend.

Wie schwierig die Lage bei GM ist, zeigen auch die Voraussagen für den Cash-Flow. Der Konzern erwartet, dass er in diesem Jahr zwei Mrd. Dollar verlieren wird. Mitte Januar hatte der Autobauer noch ein positives Ergebnis von zwei Mrd. Dollar erwartet. Noch nicht mitgerechnet sind dabei Restzahlungen an Fiat, um den Streit mit den Italienern zu beenden. Auch die hohen Kosten von etwa einer Mrd. Dollar für die Neuausrichtung des Europa-Geschäfts sind in den jüngsten Schätzungen noch nicht enthalten.

GM läuft nun Gefahr, seine Bonität einzubüßen. Die Kreditwürdigkeit liegt nur noch knapp über dem „Junk-Status“, also einer Einstufung als „hochspekulativ“. Die Ratingagentur S&P bekräftigte gestern ihre Bedenken und reduzierte den Ausblick von „stabil“ auf „negativ“.

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