US-Verkäufe: Amerikaner machen Autobauer glücklich

US-Verkäufe
Amerikaner machen Autobauer glücklich

Die Kauflaune der Amerikaner ist weiterhin blendend – jedenfalls was den Automarkt angeht. Während in Europa weiterhin Flaute angesagt ist, haben Hersteller in den USA ihren besten Monat seit Jahren erlebt.
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Detroit/New YorkDer wichtige US-Automarkt hat im März sein hohes Tempo gehalten. Für die amerikanischen „Big Three“ General Motors, Ford und Chrysler war es der beste Monat seit fünf oder sechs Jahren. GM-Verkaufschef Kurt McNeil führte den Verkaufszuwachs am Dienstag auf eine allgemein bessere Wirtschaftslage sowie neue Modelle zurück.

Die Opel-Mutter sowie der Erzrivale Ford wurden jeweils 6 Prozent mehr Wagen los als im Vorjahresmonat, Chrysler 5 Prozent. Auch VW profitierte von der Kauflaune der Amerikaner, wobei der Zuwachs mit 3 Prozent vergleichsweise bescheiden ausfiel. Volkswagen hatte seine Verkäufe im Land im vergangenen Jahr um 35 Prozent gesteigert, besonders dank seines neuen US-Passat. Der bekam nun die stärkere Konkurrenz etwa durch den Ford Fusion zu spüren, dem Schwestermodell des kommenden Mondeo in Europa.

Auch Audi konnte seinen Absatz mit einem Zuwachs um 14,4 Prozent auf 13.300 deutlich steigern. Bei Mercedes und Smart betrug das Plus 6,3 Prozent auf 27.100 Wagen. Porsche verkaufte 41,7 Prozent mehr. Der Sportwagenbauer wurde 3500 Autos los.

Die allmähliche Erholung des US-Immobilienmarktes lässt viele Amerikaner zuversichtlicher in die Zukunft schauen. Anders als in Europa sind die Autobauer in den USA in Feierlaune. „Das wird bei weitem das beste Jahr, das wir nach der Rezession gesehen haben“, sagte Toyota-Manager Bob Carter der Nachrichtenagentur dpa auf der gerade laufenden Auto Show in New York. Die Kunden ließen sich nicht einmal von den Budget-Streitereien in Washington beirren. „Das Verbrauchervertrauen ist gestiegen.“

Als weiteren Grund für das gute Klima auf dem US-Automarkt nannte Carter den leichtere Zugang zu Krediten. „Die Banken haben Geld.“ Überdies seien viele Autos schlicht veraltet und müssten ersetzt werden. „Das Durchschnittsalter der Autos auf amerikanischen Straßen ist elf Jahre.“ Das habe es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben. Toyota selbst musste sich im März allerdings mit einem Verkaufsplus von 1 Prozent begnügen.

Toyota hatte erst jüngst seine Marktprognose angehoben. Der japanische Autobauer geht nun davon aus, dass in diesem Jahr in den USA 15,3 Millionen Wagen verkauft werden. Sogar 16 Millionen hält Carter in absehbarer Zukunft für erreichbar. „Nicht 2013, aber es ist kurz danach durchaus möglich.“ Im vergangenen Jahr hatten die Hersteller 14,5 Millionen Fahrzeuge abgesetzt.

Damit erwies sich der US-Markt einmal mehr als Stütze für die Autobauer. In Europa setzte sich die Talfahrt fort: In Frankreich fielen die Neuzulassungen im März um 16,4 Prozent, in Spanien wurden 13,9 Prozent weniger Autos verkauft. Im Vergleich dazu fiel das Minus in Italien, dem viertgrößten Automarkt in Europa, mit 4,9 Prozent fast moderat aus.

Auch Deutschland dürfte sich dem Absatztrend nicht entziehen können. "Die Neuzulassungen werden mindestens zweistellig fallen, vielleicht sind es im März 15 bis 16 Prozent weniger", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Die deutschen Absatzzahlen werden am Mittwoch veröffentlicht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich gönn den Amerikanern ihr neues Auto. Auf Pump oder nicht ist mir auch egal. Nur kann ich das Gejammer in Deutschland nicht mehr hören. Uns wird das Autofahren doch absichtlich vermiest, weil die Autos so teuer sind, der Sprit so teuer ist, die Steuern so teuer sind, die Versicherungen so teuer sind. Also werte Wirtschaftsbosse und Politiker: Wundert euch nicht, sondern nehmt zur Kenntnis, dass die Kuh genug gemolken wurde und künftig immer weniger Milch gibt.

  • Kein Wunder, wenn man die Preise in den USA ansieht. Wenn man einen BMW X3 für umgerechnet 27.000 Euro bekommt(in Deutschland kostet ein vergleichbares Modell rund 20.000 Flocken mehr), würde ich mir das auch mal überlegen... Und so ist es bei allem. Wir Deutsche sind die Dummen und zahlen für alles mehr, damit die Amis sich auf Pump alles leisten können.

  • Gekauft wird wieder alles, bezahlt wird nichts, dafür kann man ja Schulden machen bis alles zusammen bricht.

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