
TOKIO. Nur der Sheriff-Stern fehlte. Ansonsten war Ray LaHood in seinem Element. Die Hände in den Hosentaschen, selbstgewiss und laut machte der US-Verkehrsminister klar, wie er mit dem Fall weiter umzugehen gedenke. „Wir machen keine Kompromisse, wir werden nicht schlafen, wir werden 24 Stunden am Tag arbeiten bis wir sicher gestellt haben, dass alle Toyota-Autos in den USA sicher sind.“ Der zwei Köpfe kleinere Akio Toyoda neben ihm, Chef des weltgrößten Autokonzerns, musste sich wie ein Pferdedieb vorkommen. Und das auf eigenem Boden.
Toyota hatte am gestrigen Montag überraschend eingeladen, die Journalisten rausgekarrt nach Toyota-City zum Stammsitz des Konzerns - um ihnen am Ende unfreiwillig die nächste Demütigung ihres Chefs vorzuführen. LaHood schaute und redete von oben herab, würdigte zwar die Anstrengungen von Toyoda, die Qualitätskontrolle und Kommunikation zu verbessern. Aber er blieb skeptisch. „Time will tell - die Zeit wird es zeigen.“ Soll heißen: Wir haben Dich im Auge, Freundchen.
Für Toyota, das wegen unkontrolliert beschleunigender Fahrzeuge und Bremsproblemen rund 8,5 Mill. Pkw zurückrufen musste, war der Tag gestern damit ein weitere PR-Gau. Und das, obwohl der Konzern heute wohl mit guten Geschäftszahlen glänzen kann. Gestern bereits vermeldete die Zeitung „Yomiuri“, dass der Autobauer einen Betriebsgewinn von etwa 100 Mrd. Yen gemacht hat – und die zweijährige Verlustperiode beenden konnte. Experten sind sich gleichwohl nicht einig. Wo steht Toyota wirklich? Da sind viele Aspekte und diverse Unsicherheiten.
Der Ruf ist angekratzt. In der Forbes-Liste der führenden Unternehmen weltweit rutschte Toyota von Platz 3 auf Rang 360. Zudem schauen die Rating-Agenturen bei Toyota mittlerweile ganz genau hin. Moody’s senkte die Kreditwürdigkeit von „Aa1“ auf „Aa2“. Fitch werde Toyota in den nächsten Monaten „genau unter die Lupe nehmen“ ,sagte Direktor Jeong Min Pak.