US-Zulieferer
GM rettet Delphi

Vier Jahre lang war Delphi im Insolvenzverfahren – und konnte den Kampf gegen das Aus am Ende gewinnen. Der US-Autozulieferer Delphi steht nun vor dem Neustart. Vor allem ein guter alter Bekannter springt helfend zur Seite.

HB NEW YORK. Die meisten Unternehmensteile können an Gläubiger und den früheren Mutterkonzern General Motors (GM) verkauft werden. Ein New Yorker Insolvenzgericht gab dafür am Donnerstag nach einem langem Tauziehen grünes Licht.

Delphi hat sich nun den 31. August als Ziel für das offizielle Ende des Gläubigerschutzverfahrens gesetzt. In den vergangenen Jahren waren mehrere Rettungspläne immer wieder gescheitert. Der US-Teil des weltweit tätigen Konzerns hatte im Herbst 2005 Insolvenz beantragt.

Die Delphi Deutschland GmbH mit Hauptsitz in Wuppertal war davon nicht betroffen, ist aber längst selbst angeschlagen. Der nordrhein- westfälische Landtag gab ebenfalls am Donnerstag grünes Licht für eine staatliche Bürgschaft.

Nach dpa-Informationen soll der deutsche Steuerzahler für 125 Mio. Euro geradestehen. Den Löwenanteil von 99 Mio. Euro trägt demnach der Bund, das Land den Rest. Das Unternehmen hat 4500 Beschäftigte an bundesweit 19 Standorten. Ein Stellenabbau droht.

In den USA hatte sich Delphi erst zuletzt für ein Rettungsangebot des Finanzinvestors Platinum im Verbund mit GM ausgesprochen. Am Ende bekamen nun aber die Gläubiger per Auktion den Zuschlag, ebenfalls unterstützt von GM.

Als Kaufpreis verzichten die Kreditgeber auf ihnen zustehende Milliardenschulden. GM nimmt von der 1999 abgespaltenen Tochter einige Werke unter anderem für Lenksysteme zurück. Der Autobauer ist noch immer größter Delphi-Kunde und pumpte in den vergangenen Jahren Milliardensummen in den notleidenden Zulieferer.

Gegen den Rettungsplan gab es insgesamt mehr als 1 900 Widersprüche, vor allem von früheren Beschäftigten. Richter Robert Drain wies die am Ende verbliebenen ungelösten Einsprüche ab.

Der Zulieferer soll voraussichtlich seinen Namen Delphi behalten. Konzernchef Rodney O'Neal bleibe im Amt. Die nicht verkauften Teile des Unternehmens werden abgewickelt.

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