USA erkennt IFRS an
Bilanzierung wird global

Künftig sollen ausländische Unternehmen auch in den USA ihre Jahresabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) vorlegen können – ein Durchbruch für die transatlantische Kooperation in Bilanzierungsfragen.

tor/jojo NEW YORK. Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commisssion (SEC) hat den Weg dafür frei gemacht, dass der International Financial Reporting Standards (IFRS) in den USA anerkannt wird. Bislang mussten ausländische Firmen ihre Bilanzen den Regeln des US-GAAP anpassen. Der doppelte Jahresabschluss kostet Zeit und Geld. Dieser Mehraufwand entfällt jetzt.

Betroffen von der Neuregelung sind rund 800 ausländische Unternehmen, deren Aktien auch an einer US-Börse notiert sind. Dazu gehören auch zehn deutsche Konzerne, deren Papiere an der New York Stock Exchange (Nyse) gehandelt werden. Der Münchener Technologiekonzern Infineon bilanziert zum Beispiel bislang nur nach den US-GAAP-Regeln, bereitet aber die Umstellung auf IFRS vor. Falls in den USA künftig ein IFRS-Abschluss reicht, würde das die Entscheidung zur Umstellung auf IFRS erleichtern und die Umstellung möglicherweise beschleunigen, sagte ein Unternehmenssprecher. In Europa gilt der internationale Standard seit 2005. Die Anerkennung in den USA soll bis 2009 vollzogen sein.

Die Zustimmung der SEC bedeutet zugleich einen Durchbruch für die transatlantische Kooperation in Bilanzierungsfragen. Auf dieses Ziel arbeitet der International Accounting Standard Board (IASB) schon seit sechs Jahren hin. „Wir sind erfreut, dass die SEC künftig darauf verzichtet, dass Bilanzen den US-Regeln angepasst werden müssen“, sagte der Chairman der Organisation, David Tweedie.

EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy begrüßte die Entscheidung als „einen historischen Schritt hin zu einer einheitlichen Rechnungslegung“.

SEC-Chef Christopher Cox betonte, dass einheitliche Bilanzierungsregeln es den Investoren erleichterten, Jahresabschlüsse zu verstehen und zu vergleichen. Zuvor hatte Cox bereits eingeräumt, dass ein „potenzieller Vorteil (einer Anerkennung der IFRS-Regeln) auch darin besteht, dass wir (ausländische) Firmen für eine Notierung an den US-Kapitalmärkten gewinnen, die ansonsten von den hohen Bilanzierungskosten abgeschreckt würden.“

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