USA
Medizintechnik sucht Auswege

Im weltweit wichtigsten Medizintechnik-Markt USA stehen gravierende Veränderungen an. Bislang verdienten die Hersteller noch prächtig. Doch nun will Barack Obama die Kosten des Gesundheitssystems kräftig drücken. Mit kostensenkenden Angeboten wollen die Hersteller Finanzkrise und Gesundheitsreform in den USA meistern.

NEW YORK. In den nächsten zehn Jahren will Präsident Obama die Kosten des Gesundheitssystems um rund zwei Bill. Dollar drücken, um allen Bürgern eine erschwingliche Krankenversicherung bieten zu können. Bislang verdienen Medizintechnik-Unternehmen in den USA noch prächtig. Doch das könnte bald schwieriger werden: Laut Obama sollen alle medizintechnischen Angebote künftig daraufhin durchleuchtet werden, welche Einsparpotenziale sie fürs Gesundheitssystem bieten.

Medizintechnikanbieter wie General Electric stellen sich darauf ein. CEO Jeffrey Immelt möchte das Gesundheitsgeschäft kräftig umkrempeln - immerhin kommt ein maßgeblicher Teil des Konzerngewinns von zuletzt 18 Mrd. Dollar aus diesem Bereich. Künftig sollen neue IT-Innovationen Ärzten in erster Linie helfen, mehr Patienten bei niedrigeren Kosten zu versorgen. Neuentwicklungen würden vor allem preisbewusst angeboten, betont Immelt. Bis zum Jahr 2015 möchte GE sechs Mrd. US-Dollar in neue Medizintechnik-Produkte, Partnerschaften und Projektfinanzierungen stecken. GE verdoppelt unter dem Programmtitel "Healthymagination" seine Ausgaben im Gesundheitssegment und schielt damit auch auf einen Teil des US-Konjunkturpakets. 19 Mrd. Dollar möchte die Regierung in die Gesundheits-IT pumpen.

"Die US-Regierung hat erkannt, dass unser Gesundheitssystem künftig nicht mehr finanzierbar ist", sagt Immelt, der bereits im April eine Kooperation mit dem Chiphersteller Intel verkündet hatte. Beide Firmen wollen 250 Mio. Dollar in den Bereich Telemedizin- und Heimüberwachungstechnik investieren. Patienten könnten dann zuhause beispielsweise ihre Blutwerte messen und sie über das Internet oder das Handy zu ihrem Arzt senden. Mit dem Vorstoß in den Bereich der Telemedizin macht GE dem niederländischen Philips-Konzern verstärkt Konkurrenz, der seine Aktivitäten in diesem Bereich ebenfalls ausbauen will. Aktuell werden nach Einschätzung der Unternehmen weltweit rund drei Mrd. Dollar für die häusliche Versorgung aufgewendet, bis 2012 sollen es 7,7 Mrd. Dollar werden.

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