USA
US-Autobauern droht Chapter 11

Die US-Regierung findet kein Konzept, das die heimische Autoindustrie vor dem drohenden Konkurs bewahren könnte und gleichzeitig die Milliardenkredite der Steuerzahler absichert. Die stockenden Verhandlungen könnten zum Antrag auf Gläubigerschutz führen.

NEW YORK. Die US-Regierung findet kein Konzept, das die heimische Autoindustrie vor dem drohenden Konkurs bewahren könnte und gleichzeitig die Milliardenkredite der Steuerzahler absichert. Auch viele Wochen nach dem ersten Rettungspaket für die vom Kollaps bedrohten Konzerne General Motors (GM) und Chrysler ist weiter unklar, wie Washington die Neuorganisation der amerikanischen Autoindustrie begleiten wird.

Dabei gehen die finanziellen Reserven der Autobauer angesichts dramatischer Absatzverluste schon wieder zur Neige, während die Verhandlungen der Industrie mit Gläubigern nur beschwerlich vorankommen. Sichtbares Zeichen der Unstimmigkeiten: Der weltgrößte Anleihehändler Pimco, eine Tochter des Allianz-Konzerns, ist Ende Januar aus dem zehnköpfigen Gläubigerkomitee bei GM ausgetreten. "Die Interessen unserer Klienten liegen uns eher am Herzen als die Interessen bestimmter Unternehmen oder der US-Regierung", sagte Pimco-Manager Bill Gross zum Ausstieg.

Institutionelle Investoren wie Pimco befürchten, dass sie im Zuge der Restrukturierung stärkere Einbußen hinnehmen müssen als etwa die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW). Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wurde gestern eine weitere Verhandlungsrunde zwischen GM-Vorstand, Beratern, Gläubigern und UAW-Offiziellen eingeläutet. Der größte US-Autokonzern versucht auf diesem Wege, Schulden in Höhe von 27,5 Mrd. Dollar abzutragen und im Gegenzug Aktien der Firma im Wert von neun Mrd. Dollar anzubieten.

GM gerät dabei zusehends unter Zeitdruck. Konzernchef Rick Wagoner muss dem US-Finanzministerium schon in der nächsten Woche einen überarbeiteten Businessplan vorlegen, der die Überlebensfähigkeit der Auto-Ikone demonstrieren soll. Weitere dramatische Einschnitte in allen Bereichen gelten als Voraussetzung für zusätzliche Staatshilfen, nachdem Washington bereits vor Weihnachten 13,4 Mrd. Dollar allein in die Rettung von GM gesteckt hat. Unter anderem wird erwartet, dass der Konzern angesichts der Absatzflaute mehr Autofabriken schließen wird als jene neun, die bereits gemeldet wurden.

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