Usbekistan
Omnibus-Partner gibt Daimler einen Korb

Daimler und der usbekische Staatskonzern Uzavtosanoat werden vorerst doch keine Omnibusse produzieren. Die wirtschaftliche Lage sei derzeit zu schwierig, hieß es aus Usbekistan.
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StuttgartDas von Daimler geplante Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Omnibussen in Usbekistan ist geplatzt. „Unser Partner hat davon Abstand genommen“, sagte eine Daimler-Sprecherin am Mittwoch in Stuttgart. Eine Marktanalyse des Staatskonzerns Uzavtosanoat habe ergeben, dass die wirtschaftliche Lage derzeit zu schwierig sei. „Wir sind einander weiter freundschaftlich verbunden“, sagte die Sprecherin. Die Verhandlungen könnten später wieder aufgenommen werden.

Das im Mai 2010 mit Uzavtosanoat vereinbarte Gemeinschaftsunternehmen sollte ab Herbst des Jahres mindestens 600 Reise-, Überland-, Stadt- und Midibusse jährlich für den usbekischen Markt und den Export in die Nachbarstaaten montieren.

Die Verhandlungen über die Details zogen sich aber hin. Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz Buses Central Asia sollte mit 51 Prozent eine Mehrheitsbeteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, Uzavtosanoat die restlichen 49 Prozent. Beide Firmen wollten insgesamt acht Millionen Dollar Eigenkapital investieren. Bisher bedient Daimler Zentralasien mit in der Türkei gefertigten Omnibussen.

Ohne die usbekische Staatsholding als Partner wollte Daimler die Expansion nicht wagen. „Wenn unsere Partner nein sagt, dann gilt das auch für uns“, sagte die Daimler-Sprecherin. Der usbekische Fahrzeugbauer beschäftigt früheren Angaben rund 16.000 Mitarbeiter und unterhält bereits mit dem deutschen Lkw- und Omnibus-Hersteller MAN ein Gemeinschaftsunternehmen zur Montage von robusten Lastwagen. Die Bauteile für die Lkw werden aus Deutschland und der Türkei nach Usbekistan geliefert.

Daimler ist Weltmarktführer bei Lkw und Omnibussen und baut seit langem sein Engagement in Schwellenländern aus, um das dortige Marktwachstum mitzunehmen. Die Omnibus-Sparte der Schwaben kämpft derzeit jedoch mit schwachen Erträgen und streicht an den Standorten Mannheim und Neu-Ulm mehr als 600 Arbeitsplätze - rund acht Prozent der Stellen.

Vor allem das Stadtbus-Geschäft macht Kummer, da die Nachfrage der öffentlichen Hand schwach ist. In Nordamerika stellte Daimler die Verluste schreibende Stadtbus-Produktion unter der Marke Orion komplett ein. Mit dem Verkauf von Omnibussen erlöste Daimler 2011 rund 4,4 Milliarden Euro, rund jeder achte weltweit verkaufte Stadt- oder Reisebus beziehungsweise das Fahrgestell stammt aus dem Konzern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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