Valeo
Chef unter Zeitdruck

Die Aktionäre haben dem Chef des französischen Autozulieferers Valeo demonstrativ den Rücken gestärkt und alle Anträge des lästigen Fondsinvestor Pardus abgeschmettert. Doch Thierry Morin darf sich damit nicht zufrieden geben: Er hat eine Schlacht um den fünftgrößten Autozulieferer Europas gewonnen, nicht aber den Krieg.

PARIS. Der Chef des französischen Autozulieferers Valeo, Thierry Morin, wird sich mit einer heimlichen Freude an die letzte Hauptversammlung erinnern. Denn seine Aktionäre haben ihm demonstrativ den Rücken gestärkt und alle Anträge des lästigen Fondsinvestor Pardus abgeschmettert.

Doch Morin sollte sich nicht zu früh freuen. Er muss die matte Rentabilität seines Unternehmens aufpolieren. Der Chef verspricht, die Marge von 3,4 Prozent auf sechs Prozent bis 2010 zu verbessern. Um Portfoliobereinigungen, die von Pardus gefordert werden, wird er dabei kaum herumkommen.

Zur Erinnerung: Der Fondsinvestor war bei Valeo mit zunächst 14 Prozent eingestiegen. Pardus-Chef Karim Samii wollte sich und sieben andere Kandidaten in den elfköpfigen Verwaltungsrat von Valeo wählen lassen, um einen radikalen Strategiewechsel durchzudrücken.

Pardus argumentiert, dass Valeo in zu vielen Geschäftsbereichen aktiv ist, in denen man nicht die erforderliche Größe hat. Ferner will Pardus erreichen, dass Valeo den notleidenden US-Zulieferer Visteon übernimmt, an dem Pardus wiederum mit 17 Prozent beteiligt ist.

Pardus hat es sich selbst zuzuschreiben, dass die Valeo-Aktionäre seiner Argumentation nicht folgten. Erstens befindet er sich als Doppelaktionär von Valeo und Visteon in einem Interessenskonflikt. Zweitens beansprucht Pardus zwar die Kontrolle im Verwaltungsrat, will aber keine Übernahmeofferte vorlegen. So billig bekommt er Valeo nicht unter Kontrolle.

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