Vasella schließt feindliche Übernahme aus
Novartis prüft Einstieg bei Aventis und Sanofi

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis könnte möglicherweise vor einer Übernahme stehen. Im Gespräch ist eine Rolle als „weisser Ritter“ für Aventis nach dem unfreundlichen Übernahmeangebot von Sanofi-Synthélabo. Novartis könnte aber auch Sanofi übernehmen.

HB PARIS. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat erstmals Überlegungen für eine Fusion mit dem deutsch-französischen Konkurrenten Aventis oder mit dessen Widersacher Sanofi-Synthélabo bestätigt. „Wir haben die Wirkung einer Kombination von Novartis und Sanofi sowie die einer Annäherung von Novartis und Aventis geprüft“, sagte der Chef des Schweizer Konzerns, Daniel Vasella, der Pariser Zeitung „Le Figaro“ am Donnerstag.

Ein feindliches Übernahmeangebot lehnte er ab: Ohne die Zustimmung beider Parteien wäre ein Zusammenschluss zu riskant und teuer, sagte Vasella. Konkrete Pläne zu einem Eingreifen in Sanofis Versuch, Aventis für 47 Milliarden Euro in Aktien und Bargeld zu schlucken, bestätigte er nicht. Fusionsüberlegungen seien allgemeine Pflicht des Managements, weil die geringe Rentabilität vieler Produkte und der wachsende Forschungsaufwand dazu dränge.

Zu Sanofis Angebot für Aventis sagte Vasella: „Der Markt sagt uns, dass Sanofi mehr bieten muss.“ Ein großes Problem sehe er in der Schwierigkeit, überzählige Arbeitsplätze in Frankreich abzubauen. Schon bei der Fusion der Schweizer Konzerne Ciba und Sandoz hätten die Prozeduren in Frankreich am längsten gedauert. 30 000 Stellen in 19 Werken von Sanofi und Aventis in Frankreich seien enorm und er glaube nicht, dass es reiche, alle Mitarbeiter über 55 Jahre in Vorruhestand zu schicken.

Aventis wird nach Angaben aus Unternehmenskreisen voraussichtlich bald öffentlich seine Gründe darlegen, warum es die Fusion mit Sanofi zum drittgrößten Pharmakonzern der Welt ablehnt. Die nötige Billigung der Unterlagen durch die französische Börsenaufsicht AMF werde in den nächsten Tagen erwartet. Keinen Kommentar gab es zur Möglichkeit eines Einstiegs von Novartis, des weltweit fünftgrößten Pharmakonzerns. Der britische Konzern GlaxoSmithKline hat sich aus dem Rennen zurückgezogen.

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