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10.02.2006 
Strompreise

Vattenfall kündigt Transparenz-Initiative an

von Klaus Stratmann

Die massive Kritik der Verbraucher am Zustandekommen der Strompreise zeigt Wirkung: Vattenfall Europe will für mehr Transparenz beim Stromgroßhandel sorgen.

HB BERLIN.„Wir wollen Transparenz durch mehr Information erreichen“, sagte Klaus Rauscher, Vorstandschef des drittgrößten deutschen Stromproduzenten, dem Handelsblatt. Rauscher kündigte an, das Unternehmen werde „ab Anfang April auf seiner Internet-Seite an jedem Handelstag vor Börsenbeginn wichtige Daten veröffentlichen“. Dazu zählen die aktuell installierte Nettoleistung der Kraftwerke, außerdem die maximal verfügbare Nettoleistung für jeden Tag des laufenden und des folgenden Jahres sowie die tatsächliche Nettoproduktion des Vortages. „Hinzu kommen Informationen über außerplanmäßige Ereignisse, also etwa Kraftwerksstillstände. Wir werden über die voraussichtliche Dauer eines Stillstandes informieren“, erläuterte Rauscher.

Vattenfall reagiert damit auf die wachsende Kritik der Stromverbraucher, die den Energiekonzernen vorwerfen, die Preise an der Leipziger Strombörse EEX künstlich hoch zu halten. Zwar schließen die Industriekunden meist direkt Verträge mit den Stromerzeugern; die Preise, die an der EEX notiert werden, haben jedoch als Referenzwert Bedeutung für den Markt. 2005 waren die Notierungen der Terminkontrakte für Stromlieferungen im Jahr 2006 um 50 Prozent auf über 50 Euro je Megawattstunde gestiegen.

Die Stromverbraucher argumentieren, der Handel an der Leipziger Börse sei intransparent. Die vier großen Stromerzeuger – neben Vattenfall sind das Eon, RWE und EnBW – nutzten die mangelnde Liquidität des Marktes, um die Preise zu manipulieren. Die vier großen Konzerne stehen für über 80 Prozent der Stromproduktion in Deutschland.

Lesen Sie weiter auf Seite 2:Die Kraftwerksbranche weist diese Kritik zurück.

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