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28.07.2008 
Energiekonzern

Vattenfall sucht „seriösen Investor“

von Jürgen Flauger

Der Energieversorger Vattenfall Europe kann beim Verkauf seines Stromnetzes auf reges Interesse und einen akzeptablen Preis hoffen. Zahlreiche Finanzinvestoren hätten schon in den vergangenen Monaten vorgefühlt, heißt es in Finanzkreisen. Der Energiekonzern will aber nicht nur auf den Preis achten, er legt großen Wert auf Investitionszusagen.

DÜSSELDORF. Der Preis des Leitungsnetzes wird auf eine bis 1,2 Mrd. Euro taxiert. Die deutsche Tochter des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall kündigte zwar an, den Verkauf seiner Überlandleitungen einzuleiten. Vorstandschef Tuomo Hatakka will sie aber nur abgeben, wenn er einen "seriösen und finanzstarken Investor" findet. Dieser muss drei Kriterien erfüllen: Er muss langfristig orientiert sein, substanzielle Investitionen in den Netzausbau sicherstellen und den freien Netzzugang gewährleisten.

Für Vattenfall ist das aus eigenem Interesse wichtig. Schließlich würde der Konzern Leitungen veräußern, die er selber am meisten nutzt. Zum Verkauf steht die Vattenfall Europe Transmission GmbH mit 9 500 Kilometern an Überlandleitungen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Dort vertreibt Vattenfall Strom und dort stehen die Kraftwerke des Unternehmens. 2007 verbuchte die Tochter einen Umsatz von 3,3 Mrd. Euro und beschäftigte 500 Mitarbeiter.

Dass der Konzern aber letztlich einen Investor finden dürfte, wird von Branchenexperten nicht bezweifelt. Der Konzern selbst sieht drei potenzielle Gruppen an Interessenten: Neben strategischen Investoren vor allem auf Infrastrukturprojekte spezialisierte Fonds und Pensionsfonds. In Finanzkreisen werden die selben Interessenten genannt, die schon für das ebenfalls zum Verkauf stehende Netz des Konkurrenten Eon gehandelt werden: Die Infrastrukturfonds von Allianz, Deutscher Bank und Macquarie, die Finanzinvestoren 3i und Babcock & Brown oder der britische Netzbetreiber National Grid. Auch die Investmentbank Morgan Stanley meldete bereits ihr Interesse an. Nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" will auch der drittgrößte deutsch Energiekonzern EnBW ein Teil seines Übertragungsnetzes verkaufen. Der Konzern habe bereits mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) über einen Teilverkauf gesprochen. Eine EnBW-Sprecherin sagte der Zeitung jedoch, ein Verkauf sei nicht geplant. Der Versorger habe lediglich die Meinung des Kapitalmarkts hören wollen.

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