VDA-Halbjahreszahlen
Endlich wieder Gas geben

Die Halbjahreszahlen der deutschen Autoindustrie geben Anlass zur Hoffnung. Die Produktion steigt, der Export noch schneller, meldet der VDA. Doch der Einfluss der Importmarken im Heimatmarkt wächst.
  • 1

BerlinDeutsche Autos sind besonders in Europa wieder begehrt. Der Export deutscher Autos habe in den ersten Halbjahr um satte 16 Prozent zugelegt, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch mit. „Gut jedes zweite Auto, das wir aus Deutschland exportieren, geht in die EU-Länder“, sagte der VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Damit haben auch die heimischen Werke viel zu tun: Im Vergleich zum Vorjahr, legte die Produktion in den ersten Monaten des Jahres um sechs Prozent zu. Selbst im Sommer müssen Sonderschichten geschoben werden. Das stimmt den Verband auch optimistisch für das Gesamtjahr. Die Produktion soll bis zum Ende des Jahres auf 5,65 Millionen Fahrzeuge steigen, das wären vier Prozent mehr als im Vorjahr. Bisher war man von einem Wachstum von zwei Prozent ausgegangen.

Die gute Auftragslage habe dazu geführt, dass sich die Zahl der Stammbeschäftigten in der Branche innerhalb eines Jahres um zwei Prozent auf 766 800 (Stand: April 2014) erhöht habe. „Wir gehen davon aus, dass sich der Beschäftigungsaufbau langsam fortsetzt“, erklärte Wissmann..

Bei aller Euphorie über den steigenden Export - der Heimatmarkt stagniert. Die Nachfrage der Deutschen nach Neuwagen sank im Juni. Nach Angaben des VDA wurden zwei Prozent weniger Neuwagen verkauft als im Vorjahr. Das hänge allerdings auch damit zusammen, dass die Autohäuser wegen Feiertagen geschlossen hätten. In der ersten Jahreshälfte legten die Neuzulassungen in Deutschland insgesamt um zwei Prozent auf gut 1,5 Millionen Fahrzeuge zu. Vor allem Firmen kauften Autos, während sich private Käufer zurückhielten. Die Hersteller versuchen deshalb weiter, den Absatz durch Preisabschläge anzukurbeln, was auf Kosten der Gewinne geht.

Für das Gesamtjahr bleibt der VDA bei seiner Prognose von rund drei Millionen Neuzulassungen - kaum mehr als im vergangenen Jahr. 2013 waren hierzulande 2,95 Millionen Autos neu auf die Straßen gekommen. Der Pkw-Absatz in Deutschland pendelt schon seit mehreren Jahren um die Marke von drei Millionen Fahrzeuge.

Bei den Herstellern fällt die Bilanz nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes im ersten Halbjahr allerdings überwiegend positiv aus. Unter der heimischen Herstellern gibt es gleich mehrere Gewinner: Bei Ford steht unter dem Strich ein Plus von 9,8 Prozent, Sportwagenbauer Porsche kann auf dem Heimatmarkt 7,1 Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen. Und sogar der lange kriselnde Autobauer Opel hat sich wieder berappelt - und verkaufte bis Ende Juni 6,9 Prozent mehr Fahrzeuge.

Die größten Verlierer auf dem deutschen Markt sind die kleinen Ableger von Daimler und BMW: Smart (-16,8 %) und Mini (-12,5 %) büßen Marktanteile ein. Und auch beim Platzhirsch VW geht der Absatz in Deutschland leicht um 0,5 Prozent zurück. Trotzdem können die Wolfsburger ihren Titel als Marktführer mit einem Anteil 21 Prozent verteidigen.

Seite 1:

Endlich wieder Gas geben

Seite 2:

Anteil der Importmarken steigt

Kommentare zu " VDA-Halbjahreszahlen: Endlich wieder Gas geben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Sehr gut ! Fahre Aventador V12 und div. Zuffenhausener Modelle, und sichere damit auch deutsche Arbeitsplätze. Alles hochwertige Qualität und exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis.

    Als Leistungsträger gönne ich mir diesen Lifestyle, um mich damit immer wieder zu motivieren. Spritpreis und sonst. Kosten sind mir vollkommen egal bzw. interessieren mich nicht.

    Wohlstand dank Euro, und den richtigen Beruf als Investmentbanker. So einfach ist das. Over and out !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%