VDA-Zahlen: Autobranche steuert tiefer in die Krise

VDA-Zahlen
Autobranche steuert tiefer in die Krise

Für die Autoindustrie beginnt das neue Jahr mit neuen Hiobsbotschaften. Auf allen großen Märkten der Industrieländer befindet sich die Nachfrage nach Neuwagen im freien Fall. Nach deutlichen Einbrüchen unter anderem in den USA und Japan setzte sich auch auf dem Heimatmarkt der deutschen Hersteller im Dezember der Abwärtstrend fort.

FRANKFURT. Die Autoverkäufe in der Bundesrepublik schrumpften im vergangenen Monat trotz zweier zusätzlicher Werktage um knapp sieben Prozent, wie der Autoverband VDA am Dienstag mitteilte. Nach den dramatischen Einbrüchen in den Vormonaten sanken die Fahrzeugverkäufe auf dem größten europäischen Markt im Gesamtjahr 2008 damit auf 3,09 Mio. Neuzulassungen und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Der VDA hatte bereits Anfang Dezember eingeräumt, dass die Neuzulassungen das Vorjahresniveau nicht erreichen und knapp unter 3,1 Mio. liegen würden.

Die Talfahrt der Autoindustrie setzt sich damit weltweit fort. Auch die USA, Frankreich, Spanien und Japan meldeten für Dezember deutliche Rückgänge auf dem Automarkt. Die Aussichten für das gerade begonnene Jahr sind deshalb denkbar schlecht: Branchenkenner befürchten für 2009 magere Zeiten in der Industrie. So geht der VDA auf dem deutschen Automarkt nur noch von 2,9 Millionen Neuzulassungen aus - das wäre nochmals ein Minus von sechs Prozent. Das Marktforschungsinstitut Global Insight erwartet, dass der weltweite Absatz von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen 2009 weiter zurückgehen und auf 56,8 Millionen Fahrzeuge sinken wird, nach 65,1 Millionen im Jahr 2007. Keiner der sogenannten Triade-Märkte wird davon verschont bleiben: Deutliche Rückgänge sagen die Experten in diesem Jahr für die wichtigen Automärkte USA, Europa und Japan voraus.

Die Absatzzahlen rauschen national wie international in atemberaubendem Tempo in den Keller. So fielen die Absatzzahlen im Dezember praktisch auf allen wichtigen Märkten erneut weit schlechter aus als im Jahresschnitt. "Keine Gewinne, keine Dividenden - das wird wahrscheinlich die Lage der Autobranche 2009 sein", schrieben Analysten der Citigroup. Vor allem der US-Markt erlebte ein Horrorjahr: Die Hersteller verzeichneten auf dem größten Automarkt der Welt zum Jahresende ein dramatisches Minus, das die schlechten Zahlen für das Gesamtjahr noch deutlich unterbot.

Nach Angaben des Brancheninstituts Autodata gingen die Verkäufe in den USA im Dezember um 36 Prozent auf knapp 900 000 Fahrzeuge zurück, während das Minus im Gesamtjahr 18 Prozent betrug. Die heftigsten Einbußen erlitten die drei taumelnden US-Hersteller: Chrysler verkaufte im Dezember 53 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Opel-Mutterkonzern General Motors büßte 31 Prozent des Absatzes auf gut 220 000 Einheiten und Ford 32 Prozent auf gut 138 000 Einheiten ein. "So düster wie im Jahr 2009 dürfte die Stimmung in Detroit noch nie gewesen sein", sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Auch andere große Märkte sendeten Warnsignale. In Frankreich sanken die Verkäufe von Neuwagen im Dezember um 15,8 Prozent, während das Minus im Gesamtjahr - auch dank einer staatlichen Abwrackprämie für Altautos - mit 0,7 Prozent noch vergleichsweise glimpflich ausfiel. Die Zulassungen auf dem spanischen Automarkt, der im Gesamtjahr um 28 Prozent einbrach, gingen im Dezember sogar um 49,9 Prozent zurück.

Auch in Asien hinterlässt die Branchenkrise immer tiefere Spuren. So sank die Zahl der Neuzulassungen in Japan im Dezember um mehr als 22 Prozent und markierte damit den schlimmsten Monat auf dem Automarkt in Nippon seit 1968.

Kaum eine andere Branche bekommt damit die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise so schnell und heftig zu spüren wie die Autobauer. Opel versucht die Kundschaft nun offensiv mit Preissenkungen zu locken. Zu Jahresbeginn wurden die Modelle Astra, Corsa, Zafira und Meriva offiziell um gut acht Prozent billiger. VW, BMW und Daimler hatten vor kurzem trotz sinkender Verkaufszahlen die Preise noch erhöht.

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