VDI
Ingenieurmangel erreicht Höchststand

36.000 Ingenieure fehlten der deutschen Wirtschaft laut VDI im vergangenen Jahr, und 2011 werde sich die Situation deutlich zuspitzen. Dann soll der höchste Wert seit Beginn der Berechnungen erreicht sein.
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Hannover

Der Ingenieursmangel in Deutschland weitet sich aus. Im vergangenen Jahr fehlten nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) durchschnittlich 36.000 Fachkräfte und damit 2000 mehr als 2009. Den Verlust für die Wirtschaft durch die daraus entgangene Wertschöpfung bezifferte der VDI am Montag auf der Hannover Messe auf 3,3 Milliarden Euro. Für 2011 rechnet er mit 65.000 fehlenden Ingenieuren, dem höchsten Wert seit Beginn der Berechnungen.

Grund für die Ingenieurslücke ist, dass seit Jahren nicht so viele junge Fachkräfte nachrücken wie alte aus dem Arbeitsleben ausscheiden.

Auch 2009 seien die Absolventenzahlen in den Ingenieurswissenschaften um neun Prozent gestiegen, berichtet der VDI. Das reiche aber nicht aus, um die seit 2001 entstandene Lücke zu schließen.Seit Jahren fordern Wirtschaftsverbände, die Schulpolitik und die Unterrichtsgestaltung zu ändern, um den Ingenieursberuf attraktiver zu machen. Aus Sicht des VDI handelt die Politik jedoch zu zögerlich und unabgestimmt. Deshalb fordert der Verein nun eine bundeseinheitliche Bildungsstrategie, um das Verständnis für Technikberufe zu erhöhen. Sonst drohe Deutschland als Industrienation an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, mahnte VDI-Chef Willi Fuchs.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " VDI: Ingenieurmangel erreicht Höchststand"

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  • Alleine in 2006/2007 gab es arbeitslose Ingenieure, die erstmal wieder mit ALG 1/ALG 2 für ein Jahr die Hochschule besuchen mussten, damit sie anschließend wieder für Praktikum unterkommen konnten, bevor ein Bruchteil, dann schließlich wieder in Lohn und Brot kam. Wie es also nach Willi Fuchs schon seit 2001 zu einem Mangel kam, bleibt wohl nur ihm und dem VDI ersichtlich. Und jetzt steigen schon seit 5 Jahren durch das verlogenen Lobbygeschwätz die Absolventezahlen, die Dienstleister reiben sich die Hände und der VDI ist immer noch nicht zufrieden. Zugleich dümpelt die Wirtschaft auf dem Niveau von Anfang 2008. Ich bin heilfroh, dass ich nach meinen Maschinenbaustudium und 2 Jahre Arbeitslosigkeit seit Oktober 2008 aus der Mühle durch berufliche Neuorientierung nochmal rausgekommen bin. Man kann der Mehrzahl der Abiturienten nur von einem Ingenieurstudium abraten und gerade die Eltern darauf hinweisen, die ihre Sprösslinge oft in ein Ingenieurstudium wegen der ach so tollen Berufsaussichten erfahren durch die (Print)medien mitreindrängen. Nur die Besten haben eine Chance und je größer die Absolventenzahl, desto höher die Kriterien um zu den Besten gehören, desto mehr Zeitarbeit, desto geringere Gehälter für die breite Masse der Ingenieure, desto mehr Ingenieure, die fachfremd arbeiten müssen oder arbeitslos sind.

  • Es gibt keinen allgemeinen Ingenieurmangel. Viele der jüngeren Ingenieure müssen für Dumpinglöhne beit Zeitarbeitsfirmen arbeiten - Perspektive ungewiss. Nicht wenige der älteren Ingenieure sind arbeitslos - Perspektive: keine. Wem kann da schon empfohlen werden, ein anspruchsvolles Ingenieurstudium zu absolvieren. Nicht die Politiker, sondern die Industrie muss handeln!

  • die deutschen Spritzenkraefte werden auswanderungswillig gemacht und werden dann durch Migranten aus Entwicklungslaendern ersetzt.
    Hauptsache Multikulti, um jeden Preis.

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