VDMA-Ausblick: Maschinenbau verdoppelt seine Prognose

VDMA-Ausblick
Maschinenbau verdoppelt seine Prognose

Das erste Halbjahr lief für Deutschlands Maschinenbauer ausgezeichnet. Und auch wenn es ganz so stürmisch in der zweiten Jahreshälfte nicht weitergehen dürfte, zeigt sich der Branchenverband VDMA zuversichtlich und erhöht die Prognose.
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HB MÜNCHEN. Wegen der überraschend starken Konjunktur trauen sich die deutschen Maschinenbauer für 2010 deutlich mehr Wachstum zu. Der Branchenverband VDMA verdoppelte am Montag seine Produktionsprognose auf sechs von bisher drei Prozent. Die Auftragseingänge seien in den vergangenen Monaten außerordentlich gut gewesen, sagte Verbandschef Hannes Hesse in München. „Der Aufschwung wird nun von immer mehr Ländern getragen.“ Die stärksten Impulse kämen aus südamerikanischen und asiatischen Schwellenländern wie Brasilien, China oder Indien.

Auch in Russland, Polen, der Türkei oder der Schweiz belebe sich die Nachfrage. Die exportorientierte Branche bildet mit gut 900 000 Mitarbeitern das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.

Die Produktion der Maschinen- und Anlagenbauer habe im ersten Halbjahr zwar real nur um ein halbes Prozent zugelegt, erläuterte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hesse. Nach dem Rückgang zu Jahresbeginn gebe es aber seit März wieder kräftige Zuwächse. Im Juli liege das Plus nach ersten Berechnungen über neun Prozent.

Für den August habe der Verband noch keine Zahlen. Hesse erwartet, dass es positiv weiter geht - schon allein wegen der sehr niedrigen Vergleichswerte vor einem Jahr. Wenn die Produktion 2010 preisbereinigt um sechs Prozent wachse, treffe die Branche im Schnitt das Niveau von 2005. Im Krisenjahr 2009 hatte der Industriezweig, zu dem neben zahlreichen Mittelständlern auch Schwergewichte wie ThyssenKrupp, GEA oder Gildemeister zählen, ein Volumen von 151 Mrd. Euro erzielt - ein Viertel weniger.

Wie Hesse ausführte, steigen die Auftragseingänge seit Februar mit hohen zweistelligen Raten. Alle Bereiche seien jetzt im Plus; Gießerei, Kunststoff- oder Gummimaschinen, Turbinen oder Roboter seien bald wieder so gefragt wie 2008.

„Offensichtlich profitieren wir noch immer von einem Aufholeffekt. Der Bestelleingang normalisiert sich weiter.“ Man dürfe sich aber angesichts der guten Zahlen „nicht schwindlig reden“, warnte der VDMA-Chef vor Euphorie. Insgesamt liege der Auftragseingang auf dem Niveau von Mitte 2006. Bei der Finanzierung von Großprojekten gebe es nach wie vor Probleme. Die Kreditklemme sei „vielleicht ein Gespenst gewesen, aber wir wussten nicht, ob die Geisterstunde kommt, und wissen es noch immer nicht.“

Zur Beschäftigtenzahl sagte er, nach genau einem Jahr Stellenabbau gehe es seit Juni wieder aufwärts. Zum Halbjahr arbeiteten in der Branche 904 000 Menschen. Hesse rechnet damit, dass bis Ende 2010 mindestens das Niveau von 2009 mit 939 000 Beschäftigten wieder erreicht wird. Im VDMA gebe es aber auch die Erwartung, dass die Zahl leicht darunter liege.

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  • Was ist das noch für eine Politik.Die Regierung verkauft die Steuerzahler an die industrie und trotz aller Sparerfolge beim Strom,Gas und Sprit steigen die Preise, je mehr gespart wird.Über die Leiharbeit werden unsere Fachkräfte ins Ausland gejagt. Laut statistischem bundesamt sind das etwa 150000 gut ausgebildete Fachkräfte die wegen mangelnder Direktanstellung und Gehältern unter der Gürtellinie ins Ausland abwandern, jährlich. Ganze 160 wandern bei uns zu. Nimmt man die bildungsmisere hinzu und die Tatsache, dass 250000 akademisch ausgebildete (mit Universitätsabschluß) Ausländer bei uns leben, deren Ausbildung bei uns weder anerkannt noch weitergefördert wird, kann man nur noch sagen,die Politiker sitzen alles aus und warten nur noch auf ihren monatlichen Scheck. Dafür etwas Leisten ist wohl Fehlanzeige.

  • ich kann Frau Mayer nur zustimmen. Seitdem Schröder und Fischer der industrie in den Hintern gekrochen sind, wurde der bürger der Gier zum Fraße vorgeworfen. Jetzt soll das Politpack auch ausländische Fachkräfte der Gier des Managements opfern. Die sogenannte "Elite" geht über Leichen und fühlt sich dabei pudelwohl.

  • Wenn es in Deutschland keine geeigneten Fachkräfte gibt, leigt es daran dasss sie im Vorfeld vernichtet worden sind.
    Gründe sind :
    Ausgrenzung aus dem berufsleben

    Keinerlei erfolgte Aus- und Weiterbildung, besonders innerhalb der Leiharbeit, d.h. hier wurden die Leute systematisch heruntergewirtschaftet
    undsoweiterundsofort
    Die Deutschen sind selber schuld, sie haben ihre eigenen Fachkräfte vernichtet

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