VDMA
Maschinenbau fällt als Motor aus

Die deutschen Maschinenbauer schauen mit großer Skepsis in die Zukunft: Nach den dramatischen Auftragseinbrüchen in den vergangenen Monaten hat die deutsche Schlüsselindustrie ihre Erwartungen für das Gesamtjahr weiter zurückgeschraubt. Und auch für das nächste Jahr macht der VDMA keine Besserung aus.

FRANKFURT. Der Maschinen- und Anlagenbau sieht noch keine Anzeichen für einen Aufschwung. Im Juli lagen die Auftragseingänge der Industrie erneut mehr als 40 Prozent unter den Werten des Vorjahres. Für das Jahr 2009 rechnet der Branchenverband VDMA nun mit einem Rückgang der Produktion um 20 Prozent und bleibt damit am unteren Rand seiner bisherigen Prognose. "Wir fallen damit auf das Niveau von 2006 zurück", sagte der Präsident des VDMA, Manfred Wittenstein, am Donnerstag in Frankfurt.

Für das kommende Jahr rechnet er nicht mit einem Aufschwung, sondern mit einer Produktion auf dem Niveau dieses Jahres. Dies würde einem Wert von 158 Mrd. Euro entsprechen, nach 196 Mrd. Euro im Vorjahr. Zuvor hatte die Branche einen fünfjährigen Aufschwung erlebt.

Der Maschinen- und Anlagenbau ist die zweitgrößte deutsche Industriebranche nach der Autoindustrie. Die überwiegend mittelständisch geprägte Branche entwickelt sich sehr unterschiedlich: Einige Zweige wie Textil- oder Druckmaschinen stecken sehr tief in der Krise. Andere, wie der Großanlagenbau, arbeiten noch Aufträge aus den vergangenen Jahren ab und werden erst später den Konjunktureinbruch spüren. In einigen Bereichen sieht Wittenstein erste Anzeichen einer Besserung: "Textilmaschinen und Fluidtechnik haben offenbar das Schlimmste hinter sich", sagte er. Hier lagen die Auftragseingänge im Juli über den Werten des Vormonats.

Insgesamt verbuchten die Maschinenbauer im Juli aber 43 Prozent weniger Bestellungen als im Vorjahr. Dabei kamen aus dem Ausland 44 Prozent weniger Aufträge, inländische Kunden bestellten 41 Prozent weniger. Die Minusraten werden damit zwar kleiner als in den vergangenen Monaten, doch Wittenstein traute sich noch nicht davon zu sprechen, dass die Talsohle erreicht sei.

Die Hoffnungen des Verbandes auf bessere Zeiten stützen sich vor allem auf Asien. Die Region habe "die Vorreiterrolle übernommen", sagte Wittenstein. Die deutschen Maschinenlieferungen nach China wuchsen selbst im schwierigen ersten Halbjahr 2009, allerdings sind die Raten wesentlich geringer als im Vorjahr. China ist inzwischen der größte Auslandskunde der Branche vor den USA.

Das außerordentlich gute Niveau vor Ausbruch der Krise wird die Industrie voraussichtlich so schnell nicht wieder erreichen. Nach Einschätzung von Martin Eisenhut, Branchenexperte der Unternehmensberatung Roland Berger, ++++wird kaum ein Segment des Maschinenbaus das Umsatzniveau von 2007 vor dem Jahr 2012 wieder erreichen. Er empfiehlt den Unternehmen deshalb auch für 2010 eine konservative Planung.

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