Vekselberg kauft zehn Prozent
Russischer Oligarch steigt bei Unaxis ein

Der russische Oligarch Viktor Vekselberg steigt mit Hilfe seiner privaten Beteiligungsfirma Renova beim Schweizer Industriekonzern Unaxis ein. Renova wird 1,45 Mill. Aktien von der österreichischen Victory-Gruppe übernehmen, teilte die Beteiligungsgesellschaft mit. Sie wird dann mehr als zehn Prozent an Unaxis besitzen.

oli ZÜRICH. Einen Preis nannte Renova nicht. Er soll jedoch einen Abschlag auf den Börsenschlusskurs der letzten Woche beinhalten, der bei umgerechnet knapp 220 Euro gelegen hatte.

Der Einstieg des russischen Ölmagnaten wurde von der Unternehmensleitung des Schweizer Konzerns begrüßt. „Renova macht uns die Tür nach Osteuropa und speziell nach Russland ganz weit auf“, sagte Unaxis-Konzernchef Thomas Limberger. Er hat seit seinem Amtsantritt vor etwa einem Jahr aus den acht Unaxis-Konzernsparten vier gemacht, von denen eine verkauft werden soll. Unaxis produziert unter dem Namen Leybold in Deutschland Vakuumpumpen. Die Abteilung Balzers beschichtet Werkzeuge und Präzisionsteile. Contraves Space produziert Raumfahrttechnik. Der Bereich Optics liefert unter anderem Komponenten für Flachbildschirme, und mit den Maschinen von Data Storage Solutions lassen sich CDs herstellen.

Im ersten Quartal hat das Unternehmen wieder einen Reingewinn von 37 Mill. Euro ausgewiesen, womit nach Ansicht von Limberger der Turnaround geschafft sei. Gekrönt werden soll der Umbau durch einen neuen Namen: Unaxis will all seinen Sparten unter OC Oerlikon einen einheitlichen Auftritt verschaffen. Um den Namen gibt es Streit mit der deutschen Rüstungsfirma Rheinmetall, die ihn für sich beansprucht.

Unaxis verfüge über hervorragende Technologien und ein fähiges Management, hieß es von Vekselbergs Beteiligungsgesellschaft Renova. Das Engagement solle längerfristig sein. Analysten wie Reto Amstalden vom Schweizer Brokerhaus Helvea warnen vor zu viel Optimismus. Kurzfristig werde die neue Eigentümerstruktur keine Auswirkungen haben.

Der neue Großaktionär will sich aber nicht mit einer stillen Beteiligung zufrieden geben, sondern beansprucht auch einen Sitz im derzeit von Victory beherrschten Verwaltungsrat. „Ich glaube, dass uns das zusteht“, sagte ein Renova-Manager.

Vekselberg handelte ursprünglich mit Altmetall und stieg mit der Öffnung Russlands zu einem der reichsten Männer des Landes auf. Er schuf 1991 die sibirische Ural Aluminium Holding, die inzwischen die zweitgrößte Aluminium-Produzentin Russlands ist. Seine Renova Beteiligungsgruppe hat keine bestimmten Branchen im Visier. Sie ist bei Energiefirmen genauso wie bei Telekomunternehmen und Goldminen aktiv. Von sich reden machte Vekselberg vor zwei Jahren, als er der amerikanischen Forbes-Familie deren Sammlung mit Fabergé-Eiern für 100 Mill. Dollar abkaufte. Er wolle damit, wie er sich ausdrückte, „ein Stück unserer verloren gegangenen Geschichte wieder zurückgewinnen“. Seither gilt Vekselberg, dem zuvor Spannungen mit dem Kreml nachgesagt wurden, als Vertrauter des russischen Präsidenten.

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