Veränderter Markt
Electronics Arts muss gegensteuern

Wachwechsel in der Gamingindustrie. Ein Verkaufsschlager des Konkurrenten Activision Blizzard bringt den jahrelangen Marktführer Electronic Arts in die Bredouille. Doch die alte Nummer eins kämpft verbissen: Mit massiven Kostensenkungen und einem strategischen Schwenk soll verlorener Boden gutgemacht werden.
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DÜSSELDORF. Mit der Rekordeinnahme von 310 Mio. Dollar Umsatz am ersten Verkaufstag für sein Kriegs-Epos Call of Duty: Modern Warfare 2 untermauert Activision Blizzard den Anspruch auf die Führung in der am schnellsten wachsenden Sparte der Unterhaltungsbranche.

Mitternachtsverkäufe und Schlangen vor den Shopping Malls: Der Start der Neuauflage des Spiele-Klassikers mit kinoreifer Grafik zeigt unmissverständlich, dass die Videospieleindustrie nicht mehr ignoriert werden kann. Weder innerhalb der Unterhaltungsindustrie als Konkurrent zu Kino, TV und Blu-Ray, noch außerhalb, als kulturelles Phänomen. Verkaufsrekorde werden bei Videogames mittlerweile mit schöner Regelmäßigkeit gebrochen.

Auf Augenhöhe mit Titanic

Vor zwei Jahren setzte Microsoft mit dem Weltraumspektakel Halo 3 mit 170 Mio. Dollar die Rekordmarke für den ersten Verkaufstag. 2008 räumte das gewaltbetonte Straßen- und Banden-Spektakel GTA IV (Take Two) weltweit 310 Mio. Dollar binnen 24 Stunden ab. Call of Duty schaffte die Summe jetzt allein in den USA und Großbritannien. Lazard Capital Analyst Colin Sebastian erwartet, dass in wenigen Monaten die Milliarden-Dollar-Marke erreicht wird. Das sind Größenordnungen von Hollywood-Legenden wie Titanic oder dem Michael-Jackson-Album Thriller.

Gleichzeitig wandelt sich der gesamte Markt dramatisch. 2005, als Electronic Arts aus dem kalifornischen Redwood City noch einsamer Marktführer war, lag der weltweite Umsatz mit Spielesoftware bei 23 Mrd. Dollar, davon 18 Mrd. Dollar für Spiele auf DVD. In 2010 sieht es ganz anders aus: Von 44 Mrd. Dollar werden 17 Mrd. Dollar mit Online-Spielen erwirtschaftet, die 2005 praktisch bedeutungslos waren. Blockbuster ist hier das Activision-Rollenspiel World of Warcraft, das 2008 allein 41 Prozent des Konzern-Umsatzes von drei Mrd. Dollar ausmachte. Während also Titel wie Call of Duty das Kerngeschäft von EA angreifen, hat Electronic Arts online wenig entgegenzusetzen. Das Web-Rollenspiel Warhammer brachte nicht die erhofften Teilnehmerzahlen, ein Spiel mit Lucas Arts – Star Wars: The Old Republic – muss 2010 den Anschluss bringen.

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