Verband der Automobilindustrie
Deutsche Hersteller wollen auf den Diesel nicht verzichten

Für die deutschen Hersteller endet ein gutes Jahr, die Absatzzahlen sind weltweit fast überall hoch. Die Branche will den Wandel zum Elektroauto weiter vorantreiben, setzt aber auch weiterhin auf den umstrittenen Diesel.
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BerlinTrotz der Abgaskrise und der anhaltenden Diskussion über die Diesel-Emissionen geht das Jahr 2016 für die deutsche Automobilindustrie zufriedenstellend zu Ende. „Es ist ein gutes Automobiljahr“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), am Freitag in Berlin. Die Nachfrage nach Neuwagen steige weltweit. Verhalten optimistisch blickt Deutschlands wichtigster Wirtschaftszweig auch in die Zukunft. 2017 werde es weiter aufwärts gehen, allerdings wüchsen auch die Risiken. Der VDA erwartet im neuen Jahr etwas weniger Wachstum.

Der Interessenverband der deutschen Automobilhersteller rechnet damit, dass der Weltautomarkt in diesem Jahr um vier Prozent zulegt und dass erstmals mehr als 80 Millionen Personenwagen verkauft werden. Nächstes Jahr sei nur ein Wachstum von etwa zwei Prozent zu erwarten.

Erfreulich ist aus Sicht des Verbandes besonders die Entwicklung in Deutschland. 2016 legten die Pkw-Neuzulassungen voraussichtlich um fünf Prozent auf fast 3,4 Millionen Autos zu, das höchste Absatzniveau in diesem Jahrzehnt. „Rückenwind bekam der Markt durch die anhaltend gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung“, betonte VDA-Präsident Wissmann. Allein schon der hohe Beschäftigungsstand sorge für eine anhaltende hohe Autonachfrage. 2017 würden in Deutschland auch wieder zwischen 3,3 und 3,4 Millionen neue Pkw auf den Straßen zugelassen.

Der Beschäftigungsstand in der deutschen Automobilindustrie ist unverändert hoch. Ungefähr 815.000 Menschen sind bei Herstellern und Zulieferern beschäftigt, das ist der höchste Stand seit 25 Jahren. Die deutschen Unternehmen exportieren jährlichen etwa 4,4 Millionen Autos. 2016 sind in den ausländischen Werken der deutschen Hersteller erstmals mehr als zehn Millionen Fahrzeuge produziert worden.

Im Auslandsgeschäft geht die größte Unsicherheit im Moment von Großbritannien aus. „Wir sind besorgt, und nicht nur wegen des Brexit“, betonte Wissmann. Der schwankende Pfund-Kurs mache eine stabile Kalkulation extrem schwierig. Außerdem habe sich die wirtschaftliche Grundstimmung in Großbritannien verschlechtert. Komme es zu einem „harten Brexit“, bei dem die Briten quasi alle Verbindungen zu Europa kappen, drohten der Autobranche hohe Zollschranken. Ein aus der EU nach Großbritannien exportiertes Auto könnte dann mehr als zehn Prozent teurer werden. Einzelne Hersteller wie etwa Opel klagen schon jetzt über zusätzliche Belastungen aus der Brexit-Entscheidung der britischen Bevölkerung. Die deutsche Tochter von General Motors (GM) erwartet 2016 zusätzliche Kosten von etwa 400 Millionen Euro.

Das andere große Exportland der deutschen Hersteller mit erheblichen Problemen ist Brasilien. In diesem Jahr sind die Absatzzahlen dort um 20 Prozent zurückgegangen. „Wir hoffen, dass es dort im nächsten Jahr nicht noch weiter nach unten geht“, sagte der VDA-Präsident. Volkswagen hat auf die anhaltende Krise in Brasilien schon mit einem einschneidenden Sparprogramm reagiert, das auch den Abbau von Tausenden von Arbeitsplätzen einschließt. Ein Lichtblick für die deutschen Hersteller ist Russland. Dort erwartet der VDA eine Trendwende, 2017 dürften erstmals wieder mehr Autos verkauft werden als im vorangegangenen Jahr.

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  • Wie läuft das jetzt genau? Wir verkaufen doch auch viele Autos in Länder, mit denen wir keinen gemeinsamen Markt haben. Dann zahlt man Zoll und spart sich die Mehrwertsteuer... ist das nicht im Wesentlichen ein Nullsummenspiel?

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