Verband erwartet Erholung frühestens 2005
1 200 KFZ-Betriebe stehen vor der Pleite

Die Flaute auf dem Automobilmarkt, hohe Investitionsanforderungen und eine zunehmend restriktive Haltung der Banken bei der Kreditvergabe zwingen in diesem Jahr in Deutschland voraussichtlich 1 200 Auto-Händler und -Werkstätten zur Geschäftsaufgabe.

hof FRANKFURT. Jürgen Creutzig, Präsident des Europäischen Branchenverbandes Cecra, sagte am Donnerstag in Frankfurt, er rechne frühestens für 2005 mit einer Belebung der Automobilkonjunktur. Im Gegensatz zum deutschen Herstellerverband VDA rechne das KFZ-Gewerbe für dieses Jahr mit einem erneuten Rückgang der Zulassungszahlen in Deutschland.

Nach Aussagen Creutzigs geht es den Händlern und Servicebetrieben sogar noch „schlechter als vor drei Jahren“. Die Zahl der 490 000 Beschäftigten werde um 8 000 sinken, prognostiziert der Verband. Wie dünn das Eis ist, auf dem sich die Betriebe bewegen, zeigt die Umsatzrendite des KFZ-Gewerbes, die laut Creutzig in Europa im Schnitt bei 0,6 Prozent liegt. „Wir hoffen, dass sie 2005 auf 0,7 Prozent steigt.“ Höhere Margen seien dringend nötig, weil „sehr viele Betriebe in den roten Zahlen hängen“, sagte der Verbandspräsident.

Im Vorfeld der am kommenden Dienstag in Frankfurt startenden Branchenmesse Automechanika machte Creutzig die Automobilhersteller mitverantwortlich für die schwierige Lage im Gewerbe. Einige Marken würden die Händler mit der Festlegung „unvernünftiger Standards, die vom Bürstenhaarschnitt der Verkäufer bis zu blauen Schuhen reichen“, zu hohen Investitionen zwingen, die nur schwer zu verdauen seien. Die durchschnittliche Investitionssumme je Betrieb in diesem Jahr bezifferte er auf rund 32 000 Euro. An der „dominierenden Macht der Automobilkonzerne“ habe auch die Liberalisierung des europäischen Autohandels vor zwei Jahren nichts geändert. In der Praxis habe sich die Lage vieler Betriebe dadurch sogar verschlechtert.

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