Verband rät zum Widerspruch
Gas-Versorger drehen erneut Preisschraube

Außer für Strom müssen die Verbraucher in Deutschland zum Start der Heizsaison voraussichtlich auch für Gas erheblich tiefer in die Tasche greifen. Obwohl die Bundesnetzagentur darauf dringt, dass die Energiekonzerne ihre Preise senken, planen einige große Versorger von Oktober an Aufschläge von bis zu zehn Prozent.

HB DÜSSELDORF. Die Bundesnetzagentur kündigte zwar am Freitag an, in Kürze ihre Bescheide zu den Gebührenberechnungen der Gaskonzerne zu verschicken, von denen sich viele eine Preissenkung versprochen hatten. Der Versorger Eon Avacon erklärte jedoch, auch sinkende Netznutzungsentgelte würden höhere Beschaffungskosten wohl kaum wettmachen. „Allgemein wird erwartet, dass diese Entgelte sinken, was sich in den Erdgaspreisen niederschlagen wird. Dies dürfte aber den doppelten Preisdruck von Weltmarkt und Steuerschraube nur mildern, nicht ausgleichen“, machte die Gesellschaft deutlich. Ein Sprecher von Eon Energie sagte, mehrere Gesellschaften des Konzerns wollten ihre Preise um fünf bis zehn Prozent anheben.

Die Bundesnetzagentur dringt darauf, dass die Energiekonzerne ihre Preise für Strom und Gas senken. Hierfür überprüft die Behörde die Durchleitungsgebühren der Stromnetze und Gaspipelines. Diese machen beim Strom etwa 36 Prozent des Preises für die privaten Verbraucher aus, beim Gas reichen die Schätzungen sogar bis 40 Prozent. Die Netzagentur hat bei einem Teil der Stromnetze bereits Kürzungen angeordnet. Eine Sprecherin sagte, im August sollten die ersten Entscheidungen zu den Gasnetzen gefällt werden. Das Gros der rund 200 überprüften Gasgesellschaften solle im Herbst den Bescheid erhalten.

Die Versorger jedoch verweisen sowohl bei Strom als auch bei Gas auf höhere Beschaffungskosten und die geplante Anhebung der Mehrwertsteuer 2007.

Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, kritisierte die Gaspreise am Freitag als „jetzt schon viel zu hoch“. Er riet, Erhöhungen zu widersprechen. Mehrere Gerichte hätten bereits zu Gunsten von Gas- und Strompreiskunden entschieden. Die Proteste hätten Wirkung gezeigt: „Sonst wären die Erhöhungen noch unverschämter ausgefallen.“ Anfang 2007 werden vielerorts auch die Strompreise steigen. Das haben Stromversorger angekündigt.

Die Eon-Tochterunternehmen Eon Avacon, Eon Mitte, Eon Westfalen Weser, Eon Bayern und Eon Edis kündigten Preiserhöhungen zwischen 0,39 und 0,63 Cent pro Kilowattstunde (kWh) an. Damit wird Gas für die insgesamt 500 000 Kunden bis zu zehn Prozent teurer. Eon Hanse und die Eon Thüringer Energie AG wollen dagegen noch abwarten. Eon Avacon - mit Gaskunden in Niedersachsen und Sachsen- Anhalt - verlangt von Haushaltskunden 0,58 Cent mehr. Für eine Familie, die Erdgas zum Kochen, für Warmwasser und zum Heizen ihres Einfamilienhauses nutzt und dabei jährlich 30 000 Kilowattstunden verbraucht, bedeutet das nach Unternehmensangaben monatliche Mehrausgaben von 14,50 Euro.

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