Verbissener Übernahmekampf
Hochtief-Chef sucht Dialog mit ACS

Auch wenn der Baukonzern Hochtief sich mit allen Mitteln gegen eine Übernahme durch den spanischen Konkurrenten ACS wehrt, ist Unternehmenschef Herbert Lütkestratkötter weiter zu Gesprächen bereit. In einem Interview verteidigte er jedoch gleichzeitig die umstrittene Abwehrmaßnahme, Hilfe in Katar zu suchen.
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HB FRANKFURT. Im Übernahmekampf um Hochtief ist der Chef des deutschen Baukonzerns zu Gesprächen mit seinem spanischen Großaktionär ACS bereit. „Ich bin ein Mann des Gesprächs und für jeden Dialog offen - natürlich auch mit ACS“, sagte Herbert Lütkestratkötter dem „Spiegel“ laut Vorabbericht vom Samstag. Er verschließe sich nicht und rede nicht einmal von einer feindlichen Übernahme durch den Konzern von Real-Madrid-Boss Florentino Perez. „Herr Perez und ich - wir haben unterschiedliche Interessen. Und ich muss nun Dinge tun, die den Spaniern nicht gefallen. Das liegt in der Natur der Sache“. Gespräche gebe es aktuell nicht, sagte der Manager. Zu dem mittlerweile vorliegenden Angebot werde Hochtief in Kürze Stellung nehmen. ACS war zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen.

Seit der spanische Konkurrent im September mitgeteilt hatte, seinen Anteil an Hochtief aufstocken und den Konzern übernehmen zu wollen - wovon Lütkestratkötter nach eigener Aussage im Urlaub erfuhr - wurde dem Konkurrenten das Leben schwergemacht. So sollte ACS zu einem teuren Übernahmegebot auch für die australische Hochtief-Tochter Leighton gezwungen werden, und zuletzt wurde über eine Kapitalerhöhung das Emirat Katar als neuer Anteilseigner ins Boot geholt. Das erschwert ACS die Übernahme, da der Anteil des spanischen Aktionärs verwässert wird - er sinkt nach Hochtief-Angaben auf gut 27 von bisher knapp 30 Prozent. Diesen - von einem anderen Anteilseigner scharf kritisierten - Schritt verteidigte Lütkestratkötter.

„Das ist kein Verzweiflungsakt, das ist Strategie“, sagte er. „Das Gros unserer Aktionäre hat den Einstieg von Qatar Holding begrüßt - dazu gehört auch ACS“. Hochtief werde beim Bau der Stadien für die Fußball-WM 2022 in Katar eine wichtige Rolle spielen. Qatar Holding selbst erklärte, ein „konstruktiver Mediator“ sein zu wollen, um ein positives Ergebnis für alle Aktionäre sicherzustellen.

Bei allen Maßnahmen der jüngsten Vergangenheit werde man keine einzige finden, die einen ausschließlichen Abwehrcharakter habe, sagte Lütkestratkötter weiter. Mit der Kapitalerhöhung sei ein Investor an den Konzern gebunden worden. „Wenn es nun so wirkt, als ob man damit ACS behindern wollte, ist das ein Nebeneffekt, den ich in Kauf nehmen muss.“ Für eine weitere Kapitalerhöhung, die durch einen Vorratsbeschluss von der vergangenen Hauptversammlung abgesegnet wäre, gibt es dem Manager zufolge zurzeit keine Pläne.

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