Verbot von Fresenius
Kein Propofol in US-Giftspritzen

Ein US-Bundesstaat will das Fresenius-Narkosemittel Propofol für Giftspritzen verwenden. Doch der Medizinkonzern will das unbedingt verhindern und verbietet Händlern in den USA die Weitergabe an Gefängnisse.
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Berlin/Bad HomburgDer Medizinkonzern Fresenius hat den Export seines Narkosemittels Propofol in die USA eingeschränkt. Grund ist die Absicht des US-Bundesstaats Missouri, das weit verbreitete Medikament künftig für Giftspritzen bei Hinrichtungen einzusetzen. Fresenius bestätigte am Dienstag Informationen der Berliner „Tageszeitung“, dass die Zahl der Großhändler in den USA von rund 30 auf unter 15 reduziert wurde. Den Zwischenhändlern wurde untersagt, Propofol an Gefängnisse oder Strafvollzugsbehörden weiterzugeben, bestätigte Sprecher Joachim Weith.

Verstöße gegen das Verbot würden hart geahndet. „Verstößt ein Händler gegen den Vertrag, verliert er umgehend das Recht, Propofol zu vertreiben.“ Damit wäre ein enormer wirtschaftlicher Schaden für die Händler verbunden, meinte Weith. Es sei das Ziel sicherzustellen, dass Propofol nicht auf legalen Wegen in Gefängnisse gelangen könne.

Die Maßnahmen sind auf Initiative der Menschenrechtsaktivistin Maya Foya von der britischen Organisation „Reprieve“ zustande gekommen. Fresenius hatte sich schon früher dagegen gewandt, dass mit seinen Medikamenten Todesstrafen vollstreckt werden sollten. Für die USA könne man ausschließen, dass dies bereits geschehen sei. Missouri hatte seine Absicht, die Verurteilten mit einer vielfach erhöhten Dosis Propofol töten zu wollen, in einer Standard-Prozedur veröffentlicht.

Die Tochter Fresenius Kabi besitzt derzeit in den USA wegen Lieferproblemen des Konkurrenten Hospira ein Quasi-Monopol auf das hochwirksame Narkotikum, an dem auch Popsänger Michael Jackson nach einer Überdosis gestorben ist. Nach älteren Fresenius-Angaben wird das Präparat allein in den USA rund 50 Millionen Mal pro Jahr angewendet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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