Verbraucher
Energieversorger nutzen Verbraucherportale im Internet

Verbraucherportale lichten den Tarifdschungel im Strom- und Gasmarkt. Im Internet liefern die Seiten einen kostenlosen Vergleich der verschiedenen Angebote. Verbraucherschützer kritisieren, dass die Portale mit den Anbietern geschäftlich verflochten sind.

DÜSSELDORF. Mit der Liberalisierung auf Strom- und Gasmarkt stehen die deutschen Haushalte und Firmen einem ungeheuren Tarifdschungel gegenüber. Allein für die Elektrizitätsversorgung bieten rund 900 Versorger ihre Dienste an, manche Firma offeriert dem Privatkunden ein Dutzend verschiedener Tarife. Abhilfe schaffen die Verbraucherportale, deren Geschäft der Tarifvergleich via Internet ist.

Neben dem jetzt wohl zum Verkauf stehenden Branchenprimus Verivox sprießen die Nachahmer wie Pilze aus dem Boden: Toptarif, Tarifvergleich, Wer-ist-billiger und Mcenergie sind nur einige der Neugründungen auf dem zusehends umkämpften Markt. Wie groß der Kuchen für die rund 30 Wettbewerber ist, zeigt ein Blick auf die Verivox-Zahlen: Mit rund 300 Mitarbeitern setzte das Heidelberger Unternehmen 2008 etwa 30 Millionen Euro um, gut vier Millionen Besucher nutzen pro Monat allein dieses Angebot.

Die Verbraucherportale bieten auf ihren Webseiten kostenlos einen detaillierten Vergleich der Vertragskonditionen in den liberalisierten Branchen an. Wenn sich der Verbraucher für ein Angebot entscheidet, winkt dem elektronischen Vermittler eine Provision des Versorgungsunternehmens. Die angezeigten Tarife entsprechen dabei stets den Angeboten der Lieferanten, Aufschläge seitens des Portals gibt es nicht.

Wie Verivox gehen einige Anbieter noch einen Schritt weiter und offerieren den Strom- und Gaslieferanten einen umfangreichen Neukunden-Service: Im Auftrag der Versorger erheben sie die kompletten Vertragsdaten und reichen nach Klärung aller Details den abschlussfertigen Vertrag weiter - ein willkommenes Outsourcing-Angebot für die straff organisierten Energieanbieter. Zusätzliche Einnahmen erzielen die Portale mit Studien zur Wettbewerbssituation und Marktübersichten im Auftrag der Versorgungsunternehmen sowie der klassischen Bannerwerbung auf der Homepage.

Geboren wurde die Idee des Tarifvergleichs mit der Liberalisierung des Telefonmarktes Ende der 90er-Jahre. Inzwischen konzentriert sich das Geschäft jedoch auf die Strom- und Gasmärkte, da diese weitaus unübersichtlicher sind und somit mehr Beratungsbedarf beim Anbieterwechsel besteht. Einerseits gibt es aufgrund der regional unterschiedlichen Netzentgelte keine einheitlichen Tarife, andererseits beliefern viele Unternehmen nur regional begrenzt. Weitere Verwirrung stiften Vorauskasse, Wechselprämien, Preisgarantien und die uneinheitlichen Laufzeiten. So kann der Verbraucher ohne professionelle Hilfe gar keinen Marktüberblick erlangen.

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